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Sport - 19.11.2018

Mit Sancho schafft England die Wende

England besiegt Kroatien nach der Einwechslung des BVB-Stars und qualifiziert sich für die Finalrunde der Nations League. „Wir wollten alle stolz machen, sagt Kapitän Kane. Auch Portugal jubelt. 0

Gerade einmal 18 Minuten waren noch zu spielen, als Jadon Sancho endlich den Platz betreten durfte. Es sah nicht gut aus für ihn und seine Mitspieler, 0:1 lagen sie zurück in der abschließenden Gruppenpartie der Nations League gegen Kroatien. Doch dann tat sich Erstaunliches. Binnen sieben Minuten schafften die „Three Lions“ nicht nur den Ausgleich, sondern die Führung und siegten am Ende glücklich, aber nicht unverdient. Mit Sancho, so viel war am Sonntagnachmittag festzuhalten, kam für England die Wende.

Der Jungstar von Borussia Dortmund half mit, Lücken in die Abwehr der Kroaten zu reißen, die schließlich Jesse Lingard (78.) und Kapitän Harry Kane (85.) mit ihren Toren zum Sieg nutzten. Hoffenheims Stürmer Andrej Kramaric hatte die Kroaten in der Neuauflage des WM-Halbfinales in der 57. Minute in Führung gebracht.

England sicherte sich damit in letzter Minute noch den Sieg in der Gruppe eins der A-Staffel. Mit sieben Punkten setzte sich die Mannschaft von Trainer Gareth Southgate knapp vor Ex-Weltmeister Spanien (sechs) durch. Kroatien (vier) muss in die B-Staffel absteigen. „Wir wollten alle stolz machen“, sagte Siegtorschütze Kane hinterher.

„Diese Liga gehört uns“

Als Gruppensieger dürfen die Engländer nun im nächsten Sommer nach Portugal reisen. Dort findet vom 5. bis 9. Juni 2019 die Finalrunde der Nations League statt. Portugal selbst hatte sich die Teilnahme bereits am Samstag durch ein 0:0 in Italien erkämpft – und das ohne Weltfußballer Cristiano Ronaldo, der aktuell in der Auswahl seines Landes pausiert.

Dank des Remis zog der Europameister mit den Bundesligaprofis Bruma und Raphaël Guerreiro als erste Auswahl ins Final Four ein. Die Medien feierten euphorisch einen „doppelten Erfolg“: Die Qualifikation und die Tatsache, dass die Finalrunde dank des vor dem letzten Match gegen Polen gesicherten Gruppensiegs daheim stattfinden wird. Dass der Punkt im Mailänder San-Siro-Stadion mit viel Glück und wenig Klasse erkämpft wurde, interessierte daheim wenig.

„Diese Liga gehört uns“, war groß auf Seite eins der portugiesischen Sportzeitung „Record“ zu lesen, während das Konkurrenzblatt „A Bola“ titelte: „Es ist geschafft!“ Da sich die weiteren Bewerber Polen und Italien nicht qualifizieren konnten, werden die Halbfinals und das Endspiel in Portugal (wohl in den vorgeschlagenen Städten Guimarães und Porto) ausgetragen werden, wie der europäische Verband Uefa am späten Samstagabend mitteilte.

In Portugal freut man sich nun über das erste wichtige Turnier seit der EM 2004. Überzeugen konnten die Gäste derweil in Mailand vor allem in der ersten Halbzeit überhaupt nicht. Manchester-City-Mann Bernardo Silva (24), der von Ronaldo (33) irgendwann die „Chefrolle“ übernehmen soll, tauchte völlig unter. Auch Leipzig-Stürmer Bruma, der von Beginn an spielte und in der 85. Minute durch den Dortmunder Guerreiro ersetzt wurde, blieb vorne blass.

30 Prozent Ballbesitz und ein Schuss aufs gegnerische Tor sprechen eine deutliche Sprache. Ein souveräner Europameister sieht anders aus. Coach Fernando Santos, dem ein zu ergebnisorientierter Stil vorgehalten wird, sah das aber anders: „Wir haben die Qualität des portugiesischen Fußballs gezeigt“, sagte der 64-Jährige.

Viele Fans werden nun hoffen, dass Ronaldo bald wieder ins Team zurückkehrt. Die zuletzt aufkommende Diskussion, ob die Seleção ohne „CR7“ besser spielt, verstummte nach dem Match in Mailand schnell. Nach einem Vergewaltigungsvorwurf hatte der Torjäger im Gespräch mit Santos eine Pause in der Vorrunde der Nations League beschlossen. Die Anwälte Ronaldos wiesen die Vergewaltigungsvorwürfe einer US-Amerikanerin zurück.

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