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Politik - 2 Wochen ago

Trump, der bessere Autokanzler?

Das Oval Office ist, wenn man erst mal drin ist, größer als viele denken. 100 Quadratmeter, 5,40 Meter Deckenhöhe. Da kann man sich auf den Sofas schon mal klein vorkommen.

▶︎ VW-Chef Herbert Diess (60), Daimler-Boss Dieter Zetsche (65) und BMW-Finanzvorstand Nicolas Peter (56) saßen 40 Minuten bei US-Präsident Donald Trump. Und es sieht so aus, als hätte er die deutschen Automanager großzügiger behandelt, als sie bei den vielen Auto-Gipfeln im Kanzleramt in Berlin behandelt werden.

Trump, der wahre Auto-Kanzler?

Nach dem Treffen betonten alle, wie freundlich und angenehm die Atmosphäre gewesen sei.

Richtig ist: Es war ein Anfang. Ganz anders als die I„hr-seid-schuld-an-allem“-Runden zuletzt in Berlin. Dieselkrise, NOx-Betrug und Fahrverbote sind kein Thema im Weißen Haus. VW hat 20 Milliarden gezahlt, abgehakt. Der Blick geht nicht zurück, sondern nach vorne. Stimmungslage: „Let‘s make great cars again“.

Was den Deutschen hilft: Trump streitet sich gerade mit den eigenen Autobauern. General Motors, die mehr als 10 000 Arbeitsplätze abbauen und die Werke dichtmachen wollen. Und Tesla will er die Förderung streichen.

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Deshalb: Trump geht es um Arbeitsplätze, um die Industrieproduktion in seinem Land. Seine Position machte er sehr klar: Er will, dass die Deutschen mehr Autos komplett in den USA bauen und nicht nur Teile zusammenschrauben, die per Schiff aus Deutschland angeliefert werden.

Dafür verspricht er weniger Regulierung, mehr Freiheit, mehr „growing“ (Wachstum) statt „pushing“ (Herumschubsen). Die Zölle sind für eine Weile vom Tisch, aber nicht weg. Beim nächsten Treffen will Trump Ergebnisse statt Ankündigungen.

Die Autobosse wissen jedenfalls jetzt, was Amerika erwartet. Zum Rapport geht es mutmaßlich demnächst wieder ins Kanzleramt.

*Chefredakteur AUTO der BILD-Gruppe

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