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Politik - 06.01.2019

Scholz verdient Anerkennung statt Spott

Die SPD will den nächsten Kanzler stellen? Olaf Scholz traut sich zu, die SPD bei der nächsten Bundestagswahl zum Sieg zu führen? Der Vizekanzler meint also, auch Kanzler zu können?

Es wäre jetzt einfach, darauf so zu reagieren, wie es viele von uns tun, wenn es um Spitzenpolitiker geht: Wir verreißen sie, machen uns über sie lustig. Gerade dann, wenn ihre Chancen ambitioniert erscheinen. Unsere Politiker – das sind auch unsere Prügelknaben.

Doch auch wenn man weder Sozialdemokrat noch Olaf-Fan ist: Scholz verdient unsere Anerkennung dafür, dass er bereit wäre, 2021 (?) als Nr. 1 der SPD anzutreten. Scholz weiß, dass er – Stand heute – kaum Chancen hat, die Frau oder den Mann nach Merkel an der CDU-Spitze zu schlagen.

Einen herausragenden Politiker aber zeichnet es eben aus, sich auch unbequemen Aufgaben zu stellen, wenn es einfach sein muss. Und das leistet Scholz mit seinem Jawort: Es geht nicht um ihn – es geht um Selbstachtung und die Rolle der Sozialdemokratie. Für die SPD wie für diese Republik wäre es übel, wenn die Genossen ihre Misere dadurch vergrößern, dass sich ihre besten Leute vor der Mission „Kanzlerkandidatur“ drücken.

Scholz stellt sich dieser Pflicht hanseatisch. Und mehr noch: Er könnte uns zeigen, dass der Typus des betont sachlichen und beherrschten Politikers in diesen konfliktträchtigen Zeiten auch der SPD guttut.

Viel Substanz und wenig Show bei denen da oben, mehr Respekt und weniger Spott von uns für die da oben – auch das würde dem politischen Klima in unserem Land helfen. Scholz und sein „Ich kann Kanzler“ passen dazu.

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