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Politik - 12.06.2019

Kreml lässt Reporter frei –und es rollen Köpfe

Zwei Polizeibosse müssen für Putins PR-Desaster büßen

Quelle: Reuters
2:01 Min.

Kreml-Kritiker Iwan Golunow (36) kommt frei!

Das russische Innenministerium teilte am Dienstag mit, dass Golunow noch heute aus dem Hausarrest freikomme. Die Vorwürfe des Drogenhandels werden fallen gelassen. Damit wird die Entscheidung eines Moskauer Gerichts aufgehoben, derzufolge Golunow seine Wohnung zwei Monate lang nicht verlassen durfte.

„Nach den Ergebnissen biologischer, forensischer, Fingerabdruck- und genetischer Untersuchungen wurde beschlossen, die strafrechtliche Verfolgung des Bürgers I. Golunow einzustellen, da keine Beweise für seine Beteiligung an der Straftat vorliegen. Heute wird er aus dem Hausarrest entlassen und die Anklage fallen gelassen“, hieß es in einer Mitteilung von Russlands Innenminister Wladimir Kolokolzew.

Nach der Verhaftung des Journalisten war es zu einer massiven Protestwelle in Russland gekommen. In einer beispiellosen Solidaritätsaktion hatten drei große Zeitungen – „RBK“, „Kommersant“ und „Wedemosti“ – am Montag die gleiche Schlagzeile gedruckt: „Ich/Wir sind Iwan Golunow“

Der Kreml will Köpfe rollen lassen

Die Verhaftung des Journalisten wurde für dem Kreml zum PR-Desaster – nun sollen Köpfe rollen!

Innenminister Kolokolzew beantragte bei Präsident Wladimir Putin, zwei führende Moskauer Polizeibosse zu entlassen. „Unabhängig vom Beruf müssen die Rechte jedes Bürgers beschützt werden“, gab sich der Innenminister scheinheilig.

  • Er recherchierte zu Korruption

    Hausarrest für russischen Enthüllungs-Journalisten

    Der in Moskau festgesetzte Journalist Iwan Golunow (36) muss in Hausarrest. Vorwurf: Drogenhandel. Er recherchierte zuletzt zu Korruption …

Es gilt als wahrscheinlich, dass der Minister sich schon vor der Beantragung mit Kreml-Chef Putin abgesprochen hat. Der russische Präsident hat seine Regierung fest im Griff und bei Personalfragen stets das Sagen.

Der Reporter arbeitet für das kremlkritische Nachrichtenportal Meduza. Das Portal vermutete seine journalistische Arbeit als eigentlichen Hintergrund für die Festnahme. Golunow recherchierte zuletzt über Korruption unter hochrangigen Verwaltungsbeamten in Moskau. Meduza erklärte, Golunow habe bereits mehrere Morddrohungen erhalten.

Kein Wunder – Russland liegt in der aktuellen Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen auf Platz 149. Zum Vergleich: Deutschland kam auf Rang 13 von insgesamt 180.

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