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Politik - 11.07.2019

Irans Präsident drohtden Briten mit Rache

Britische Marinesoldaten haben vergangene Woche vor Gibraltar den Supertanker „Grace 1“ gestoppt. Das iranische Schiff transportierte zwei Millionen Barrel Rohöl, offenbar gedacht für Syrien-Diktator Baschar al-Assad und seine Kriegsmaschinerie. Solche Exporte sind seit Jahren verboten.

Jetzt reagierte Irans Präsident Hassan Rouhani: „Der Stopp des Supertankers durch die Briten war ein Fehler und dumm. … Wir müssen uns alle dafür einsetzen, dass die internationale Schifffahrt sicher bleibt und sie nicht mit solchen Aktionen unsicher machen.“ Er drohte: Großbritannien solle dies beherzigen, „um später nicht die Konsequenzen zu tragen“.

Vor einigen Tagen hatte bereits der Major der iranischen Revolutionsgarden, Mohsen Resai, angedroht, einen britischen Öltanker zu beschlagnahmen. Zudem berief der Iran dreimal den britischen Botschafter in Teheran ein mit der Forderung, die „Grace 1“ sofort weiterfahren zu lassen.

Der Oberste Gerichtshof des britischen Überseegebiets Gibraltar hat inzwischen angeordnet, dass der Tanker mindestens bis zum 21. Juli nicht auslaufen darf.

Kein Tausch gegen britische Geiseln

Im Iran kursierten in den vergangenen Tagen Gerüchte, dass das Regime den Tanker gegen eine im Iran inhaftierte Britin austauschen würde. Außenminister Javad Zarif wies dies am Mittwoch zurück. „Austausch ist kein Thema“, sagte Zarif laut der Nachrichtenagentur Isna.

Die Geisel: Nazanin Zaghari-Ratcliffe (41) war als Projektmanagerin der Thomson-Reuters-Stiftung nach einem Privatbesuch bei ihren Eltern im April 2016 verhaftet worden. Ihrer mittlerweile fünf Jahre alten Tochter wurde damals der Pass entzogen, sie wächst seitdem in Teheran auf. Alle diplomatischen Bemühungen der britischen Regierung, Mutter und Tochter freizubekommen, sind bis jetzt gescheitert. Zuletzt traten die im Iran inhaftierte Frau und ihr Londoner Ehemann zur gleichen Zeit in den Hungerstreik. Sie ist eine von mehreren ausländischen Staatsbürgern und Doppelstaatlern, die die Islamische Republik als gefangen hält, um politische Vorteile und Lösegeld zu erpressen.

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USA wollen Schutz-Allianz für Schiffe

Nach den mutmaßlich iranischen Tankerattacken im Golf von Oman wollen die USA nun eine internationale Koalition zum Schutz der Handelsschiffe schmieden.

Das Pentagon habe dazu einen konkreten Plan entworfen, sagte US-Generalstabschef Joseph Dunford laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AP am Dienstag. Unklar ist noch, welche Länder sich daran beteiligen.

Die USA sollen laut Dunford vor allem dafür zuständig sein, Patrouille-Schiffe der Koalition in riskanten Gewässern wie etwa der Straße von Hormus mit Überwachung und Informationen von Nachrichtendiensten zu unterstützen. Handelsschiffe sollen von Militärschiffen eskortiert werden, die unter der gleichen Flagge fahren.

▶︎ Und Deutschland? Hat sich noch nicht entschieden, ob es sich daran beteiligt. Die Kanzlerin am Mittwoch: „Die Diskussionen laufen, und an denen wird Deutschland sich natürlich auch beteiligen. Aber ich kann dazu im Augenblick nichts sagen, weil das noch nicht abgeschlossen ist“, sagte Angela Merkel nach einem Treffen mit Finnlands neuem Ministerpräsidenten Antti Rinne in Berlin.

Eine US-Anfrage an Deutschland liege dem Bundesverteidigungsministerium nicht vor, sagte ein Sprecher auf BILD-Anfrage. Derzeit gebe es keine Pläne zur Entsendung eines Marineschiffes in die Region.

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