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Politik - 14.06.2019

Iran steckt hinter Tanker-Angriffen

Schiffe im Golf von Oman beschossen, nur wenige Kilometer vor der Küste des Iran ++ Deutsches Schiff betroffen ++ Explosionen auf norwegischem Tanker

Die USA machen den Iran für die Tanker-Attacken verantwortlich!

US-Außenminister Mike Pompeo teilte am Donnerstagabend mit, dass die USA den Iran als Drahtzieher der Angriffe auf die Tanker im Golf von Oman betrachten. Das schließe die US-Regierung aus der Analyse von nachrichtendienstlichen Informationen, Waffengattungen sowie der Komplexität der Tanker-Attacke.

Schiffe im Golf von Oman beschossen

Zwei Tanker angegriffen und in Brand geraten!

Quelle: BILD / AP / Reuters
1:23 Min.

► Die Hamburger Reedereigruppe Bernhard Schulte Shipmanagement teilte am Donnerstag in Singapur mit, ihr Tanker „Kokuka Courageous“ sei bei der Attacke am Rumpf beschädigt worden, im Maschinenraum sei ein Feuer ausgebrochen. Das Schiff wurde evakuiert, eines der 21 Besatzungsmitglieder sei leicht verletzt worden, erklärte ein Sprecher.

Ein Vertreter der japanischen Besitzer des Schiffes erklärte dem US-Nachrichtensender „CNN“, dass es zweimal innerhalb von drei Stunden mit einer „Art von Granate“ angegriffen worden sei. Der erste „Schuss“ habe den Tanker oberhalb der Wasseroberfläche getroffen, dann sei Feuer ausgebrochen. Nun treibe das Schiff führerlos und mit einer Ladung Methanol übers Meer.

In einer Pressemitteilung hieß es, dass die Besatzung von dem sich in der Nähe befindlichen Schleppschiff „Coastal Ace“ aufgenommen wurde, auf dem der Verletzte erstversorgt worden sei.

Bei dem anderen Tanker handelt es sich um den Öltanker „Front Altair“ der norwegischen Gesellschaft Frontline. Das bestätigte die norwegische Seefahrtsbehörde. Das unter der Flagge der Marshallinseln fahrende Schiff sei am frühen Morgen um 6.03 Uhr zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Iran attackiert worden, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Es sei von drei Explosionen an Bord berichtet worden, das Schiff stehe in Flammen, Rettungskräfte seien im Einsatz.

Bilder auf Twitter zeigen die mutmaßliche Position des Schiffs sowie Rauchwolken, die darüber aufsteigen.

Just speculation: 1 of the 2 #tankers could be the #frontAltair and we can see right now (09hCET) an #iranian marine vessel (blue one) around her which maybe took the crew in charge and head to iranian port right now. A pic is also on twitter but no confirmation yet. #breaking pic.twitter.com/gftievZZ5q

— JeanPhi (@jeanphi01) June 13, 2019

Die Schifffahrtszeitung „Tradewinds“ berichtet unter Berufung auf Branchenkreise, dass der Tanker vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate von einem Torpedo getroffen worden sei. Laut einem anderen Insider könnte er auch von einer Seemine getroffen worden sein.

Gerüchte iranischer Medien, dass das Schiff gesunken sei, dementierte die Reederei deutlich.

Bundesregierung spricht von „ernster Provokation“

Die Bundesregierung ist alarmiert, stuft die Attacke als „ernste Provokation“ ein. Ein führender Krisenmanager der Bundesregierung erklärte BILD: „Nach Einschätzung der zuständigen Stellen müssen wir von einer ernsten Provokation ausgehen, die geeignet ist, einen militärischen Konflikt herbeizuführen, der nicht im Interesse des Irans sein kann.“

Der Krisenmanager der Bundesregierung will aber „nicht ausschließen, dass es inhomogene Kräfte in der Iranischen Regierung gibt, die ein Interesse an einem eskalierenden Konflikt haben“. Motiv einer solchen Gruppe könne sein, dass es bisher eine eher moderate Verhandlungsführung des Westens gegeben habe.

Und die Regierung warnt: In jedem Fall bestehe die Gefahr, „dass ein Angriff gegen den Iran zu einer Solidarisierung anderer Kräfte in der Region mit dem Iran“ führen würde.

Bundesaußenminister Heiko Maas (52, SPD) äußerte sich am Donnerstag besorgt. Der Vorfall sei „außerordentlich beunruhigend“. Es handle sich um Ereignisse, die zu einer Eskalation der Spannungen führen könnten. Er sprach auch von „einer Bedrohung für den Frieden“.

Tanker-Attacken

Maas warnt vor Eskalation in Golfregion

Quelle: Reuters
1:44 Min.

Wohin wollten die Schiffe?

Auf der Website „Marinetraffic.com“ ist aktuell zu sehen, dass die „Front Altair“ (fährt unter der Flagge der Marshall Islands, Öltanker, 2016 gebaut, 251,84 Meter mal 44 Meter) und die „Kokuka Couragous“ (Panama, Tanker, 2010 gebaut, 170 Meter mal 26,8 Meter) mitten im Golf stoppten.

Die Lage vor der iranischen Küste

Die Positionen der beiden Öltanker, die am Morgen des 13. Juni 2019 attackiert wurden und die Positionen benachbarter Schiffe

★ „Kokuka Couragous“ stoppte auf gerader Strecke – der Tanker sollte am 22. Juni in Singapur anlegen.

★ Die „Front Altair“ kam aus Richtung Nordwesten in den Golf, machte dann einen ziemlich abrupten Halt, indem sie sich einmal um 360 Grad im Kreis drehte. Das Schiff sollte eigentlich am 30. Juni in Kaohsiung (Taiwan) anlegen. Die Ladung bestehe aus 75 000 Tonnen Rohöl, sagte Wu I-Fang, einer der Geschäftsführer der staatlichen taiwanischen Raffineriegesellschaft CBC der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Straße von Hormus

Die Straße von Hormus, die auch durch den Golf von Oman führt, gilt als eine der wichtigsten der Welt! Handelsmächte wie Saudi-Arabien, der Iran oder die Vereinigten Arabischen Emirate liegen mit ihren Küsten direkt an der Handelsroute.

Für den Ölexport in die USA, nach Europa und Japan gilt die Straße von Hormus als wichtigstes Nadelöhr der Welt. Ihr Wert: unschätzbar. Doch genauso groß ist die Gefahr!

Die Wasserstraße von Hormus misst an ihrer engsten Stelle nur knapp mehr als 50 Kilometer. Weil die Fahrrinne für die Riesentanker gerade einmal drei Kilometer breit ist, ist die Route leicht angreifbar.

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