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Politik - 07.07.2019

Briten-Botschafter lästert in Geheim-Memo über Trump

Dokumente enthüllen, wie kritisch Kim Darroch den Präsidenten sah – und was er seiner Regierung zum Umgang mit dem US-Präsidenten riet

Diese Memos sind echter Zündstoff!

Die britische „Mail on Sunday“ hat am Sonntag Auszüge aus brisanten vertraulichen Berichten des britischen Botschafters in den USA, Kim Darroch, veröffentlicht. Einige Passagen daraus dürften ihm in den USA eine Menge Ärger und womöglich ein Vier-Augen-Gespräch mit US-Präsident Donald Trump (73) einbringen.

Denn: Darroch hat sich in den geheimen Memos auch über Trump und dessen Regierung ausgelassen. Demnach bezeichnete er den Präsidenten als „unfähig“. Trump strahle Unsicherheit aus und agiere ungeschickt. Die Einschätzungen stammen demnach aus dem Zeitraum von 2017 bis in die Gegenwart.



Darroch ist seit 2016 britischer Botschafter in Washington – und hat damit sein Ohr ganz nah an den Vorgängen im Weißen Haus und dem Oval Office des Präsidenten. Darroch schreibt unter anderem weiter:

▶︎ „Vom jetzigen Standpunkt aus gesehen glauben wir wirklich nicht, dass diese Regierung wesentlich normaler, weniger dysfunktional, weniger unvorhersehbar, weniger fraktionsgetrieben, weniger diplomatisch ungeschickt und unfähig werden wird.“

▶︎ „Für einen Mann, der in das höchste Amt des Planeten aufgestiegen ist, strahlt Präsident Trump Unsicherheit aus.“

▶︎ „Wenn man mit Trump zu tun hat, muss man es einfach, regelrecht plump machen.“

▶︎ „Ich glaube nicht, dass diese Regierung jemals Kompetenz ausstrahlen wird.“

Doch Darrochs Beobachtungen sind nicht ausschließlich als Abrechnungen zu werten: Er warnt seine Regierung laut der Dokumente auch, Trump nicht abzuschreiben – und gibt der Regierungsspitze um Premierministerin Theresa May (62) Handlungsempfehlungen für den Umgang mit Trump!

In seiner Beschreibung eines typischen Trump-Tages im Weißen Haus berichtet Darroch, wie der Präsident seine politischen Entscheidungen trifft: So verbringe er die Tage damit, sein Team im Weißen Haus, Kabinettsmitglieder und Republikaner nach ihren Meinungen „zum aktuellen Geschehen“ zu befragen.

An den Abenden erweitere Trump seine politischen Fragestunden sogar auf den eigenen Freundeskreis außerhalb der Regierung. Am Telefon suche er laut Darroch entweder nach „Bestätigung oder auch einem anderen Blickwinkel“.

Rat an May: Rufen Sie Trump öfter mal an!

Hier – so schreibt Darroch – gelte es, den Hebel bei Trump anzusetzen, um die britischen Interessen beim US-Präsidenten wirkungsvoll zu hinterlegen. Der bissige Botschafter schreibt: „Von denjenigen, die Trump um Rat fragt, brauchen wir möglichst viele, die ihm die gleichen Antworten geben. Wir müssen kreativ darin sein, alle Kanäle zu nutzen, die uns durch unsere Verbindungen zum Kabinett, zum Personal im Weißen Haus und unsere Kontakte zu seinen Freunden zur Verfügung stehen.“

Seine Empfehlung, man müsse Trump „plump“ angehen, verpackt er zum Beispiel so: Theresa May solle den Präsidenten ruhig etwas öfter anrufen! Darroch weiter: „Es gibt keinen dauerhaft verlässlichen Ersatz für einen persönlichen Anruf der Premierministerin.“

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Darroch gilt als einer der erfahrensten britischen Diplomaten. Das britische Außenministerium stellte die Echtheit seiner Vermerke nicht in Frage. Eine Ministeriumssprecherin erklärte: „Die britische Öffentlichkeit erwartet von unseren Botschaftern, dass sie Minister mit einer aufrichtigen, ungeschminkten Einschätzung der Politik in ihrem Land versorgen. Ihre Sichtweisen sind nicht notwendigerweise die Sichtweisen der Minister oder der Regierung. Wir bezahlen sie dafür, dass sie ehrlich sind.“

Ob und wie Darrochs Ratschläge also tatsächlich zur Einflussnahme genutzt wurden, ist offen. Laut „Mail on Sunday“ wurden die Depeschen vermutlich von einem Mitglied des britischen Beamtenapparats durchgestochen. Eine Reaktion von Trump und seiner Regierung auf den Bericht steht noch aus.

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