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Kultur - 22.05.2019

Obstgesichter und Pflanzenmonster

Schauergeschichte mit Happy End: Das Musiktheater „Im Walde von Toulouse“ im Freizeitforum Marzahn, aufgeführt von Kindern aus dem Stadtteil.

Schlaf, Monster, Schlaf: Sophie Sommer und die Pflanzenkreaturen.

Da wächst doch was! Unheimliche Schatten ranken über die Bühne. Begleitet von Paukenschlägen und schrillen Klaviertönen umzingeln pelzige Pflanzenmonster die jungen Darsteller und das Publikum im Freizeitforum Marzahn. Auch das mehrmalige Kneifen bringt keine Erlösung: „Im Walde von Toulouse“ erwacht eine Schauergeschichte zum Leben.

Entstanden ist das Projekt 2010 in Lichtenberg in Kooperation mit dem Caritasverband unter der Leitung von Regina Lux-Hahn. Inzwischen hat die Staatsoper Unter den Linden das Kinderopernprojekt ganz in ihre Regie übernommen. In Marzahn, Reinickendorf und im Orchesterprobensaal Unter den Linden werden Stücke inszeniert. Die Erstproduktion in Marzahn erzählt vom Abenteuer einer Kinderclique. Ko-ko-di-ko-ko-da! Zum französischen Kinderlied messen die Kinder ihre Kräfte, der neue Emil wird argwöhnisch aufgenommen und geärgert. Nachdem auch noch sein Spielzeug auf dem Boden zerbricht, läuft er davon. Unter den Kissen oder zwischen den Büchern, er ist nirgendwo zu finden.

Die Kinder nehmen all ihren Mut zusammen, um ihn im gruseligen Walde von Toulouse zu suchen: Aus dem findet nach der Legende niemand mehr heraus, eine „Hypnositation“ findet da statt, erzählt einer, wegen der „Magnetisierung“!

Mit vollem Einsatz liefern die Kinder ab

Theaterpädagogin Nadine Rahimtoola entwickelte das Stück mit Kindern der Oper- AGs der Marzahner Grundschulen An der Geißenweide und der Johann- Strauß-Grundschule. Mit Christina Buk- Grauberger übten die jungen Darsteller die Lieder ein, dazu bekamen sie individuelle Stimmbildung. Die zahlt sich aus: Sicher und selbstbewusst besingen sie das Räuberpack in wechselnden Soli. Mit ihrer Geige spielt Sophie Sommer den Monstern Schlafsand in die Augen.

Egal, welchen Beruf die Eltern ausüben oder ob die Haushaltskasse für den Klavierunterricht reicht- in den Oper-AGs wird den Kindern der Zugang zur Musiktheaterbühne ermöglicht. Textsicher und mit vollem Einsatz liefern die Kinder ab, vom Lampenfieber ist nichts mehr zu spüren. Im Interview mit dem RBB hatte Darsteller Felix Bull vor der Premiere erzählt, dass er sich das Publikum bei großer Aufregung einfach als Obst vorstelle. Ziemlich guter Trick. Der Anmeldebogen für das nächste Jahr wird direkt danach für die Geschwister und Freunde mitgenommen.

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