Am
frühen Sonntagmorgen, den 24. April, kam es in Frankfurt
Sachsenhauen zu einem brutalen Überfall durch Neonazis
auf vier Jugendliche. Viele der Neonazis sind laut Augenzeugen
der vom hessischen Verfassungsschutz beobachteten rechtsextremen
Gruppierung "Freie Nationalisten Rhein-Main" zuzurechenen.
Bei dem Angriff gab es mehrere Verletzte. Einige der Angreifer
wurden von der Polizei festgenommen.
Die
vier Jugendlichen waren auf dem Weg nach Hause, als sie in Alt-Sachsenhausen
gegen 1 Uhr in Höhe der Kneipe "Oberbayern" von
einem bekannten NeoNazi, wohl wegen eines "Gegen-Nazis"
Buttons, als "Scheiß Juden" und "Scheiß
Zecken" beleidigt wurden. Sie ließen sich jedoch
nicht auf eine Konfrontation ein und setzen ihren Weg fort.
Als sie bei einem nahe gelegenen Imbiss Pommes gekauft hatten,
bemerkten sie allerdings, daß der Neonazi offenbar seine
"Kameraden" alarmiert hatte. Über 15 Neonazis
aus Frankfurt, Offenbach und dem Hochtaunuskreis sammelten sich
am Taxistand vor dem "Oberbayern". Nach kurzer Zeit
überquerte diese Gruppe die Strasse und griff die Jugendlichen
unvermittelt an. Unter Rufen wie "Scheiß Kanaken!",
"Rotfront verrecke!" und "Wir bringen euch um!"
traten und schlugen sie auf die Jugendlichen ein. Selbst als
diese schon am Boden lagen traten die Neonazis noch auf Kopf
und Oberkörper ihrer Opfer. Einem der Jugendlichen schlugen
die NeoNazis mit einer Holzlatte in der ein Nagelsteckte auf
den Kopf. Erst als die, von Passanten inzwischen alarmierte
Polizei eintraf, flüchteten die Schläger. Viele der
Täter konnten jedoch von der Polizei in Höhe des "Oberbayern"
gestellt werden.
Die
Jugendlichen wurden danach in der Notaufnahme des Universitätsklinikums
behandelt. Die Diagnose: Einem Jugendlichen wurden zwei Zähne
ausgeschlagen, einem anderen der Kiefer angebrochen. Ansonsten
hatten alle Jugendlichen schwere Prellungen, Abschürfungen,
aufgeplatzte Lippen und Gehirnerschütterungen.
Der
Sprecher der antifa [f] Lars Mertens kommentierte den Vorfall:
"Es ist erschreckend das bekannte Neonazis mitten im Frankfurter
Kneipenviertel vor dutzenden Passantenten offensichtlich gezielt
Andersdenkende brutal überfallen und zusammenschlagen.
Dabei haben sie offenbar versucht möglichst schwere Verletzungen
zu Verursachen. Es ist nicht auszudenken was passiert wäre,
wenn die NeoNazis nicht gestoppt worden wären".
Es
sei schon seit längerem bekannt, dass einige Kneipen in
Sachsenhausen, wie das "Oberbayern" und das "Downtown",
regelmässig von NeoNazis frequentiert würden. "Angesichts
dessen, dass es die Frankfurter Polizei anscheinend nicht für
nötig hält die Öffentlichkeit über diesen
Überfall zu informieren, stellt sich die Frage wie hoch
die Dunkelziffer bei rassistischen und antisemitischen Angriffen
in Sachsenhausen ist" Es dürfe nicht hingenommen werden,
daß sich NeoNazis in Frankfurt treffen und dann andersenkende
Menschen angreifen. Wohin es führe, wenn den Neonazis einfach
die Straße, bzw. die Kneipen überlassen würden,
zeige dieser menschenverachtende Überfall deutlich. Mertens:
"Während bei der Nacht der Museen das "weltoffene
Frankfurt" gefeiert wird, greifen Nazis mitten in Sachsenhausen
ein paar hundert Meter weiter Menschen an - das darf nicht hingenommen
werden."