25. Januar 2005

Neonazis greifen AntifaschistInnen an

Wie erst jetzt bekannt wurde griffen bekannte Neonazis in der Nacht von Samstag auf Sonntag antifaschistisch engagierte Jugendliche in Friedrichsdorf an

Dabei wurden mehrere Personen verletzt. Die Jugendlichen waren am frühen Sonntag Morgen (16.01.) auf der Hugenottenstraße auf dem Weg nach Hause, als ein stadtbekannter Neonazi sie vom Fahrrad aus im Vorbeifahren als "Ausländerschweine" und "Zecken" beschimpfte. Als ihn die Jugendlichen daraufhin zur Rede stellen wollten, reagierte dieser jedoch sofort äußerst agressiv. Daraufhin wendeten sich die Jugendlichen ab und setzten ihren Weg fort. Der Rechtsradikale hatte jedoch über sein Mobiltelefon seine "Kameraden" alarmiert und verfolgte mit diesen im Auto die linken Jugendlichen. Die Neonazis griffen diese dann auf der Taunusstraße in Höhe des Friedhofs unter Rufen wie "Jetzt kriegen wir euch!" und "Scheiß Zecken, wir bringen euch um!" an. Dabei schlugen sie, nach dem sich einer der Rechtsradikalen noch demonstrativ seinen "Mundschutz" eingesetzt hatte, auf die antifaschistisch engagierten Jugendlichen ein. Allerdings setzten sich diese sich zur Wehr. Die kurz zuvor von einem der Angegriffenen alarmierte Polizei beendete die Auseinandersetzung und nahm die Personalien der Beteiligten auf. Einer der Jugendlichen erlitt Platzwunden und Prellungen im Gesicht. Auch auf Seiten der Neonazis gab es Blessuren. Der Jugendliche stellte Strafantrag wegen gefährlicher Körperverletzung.

Lars Mertens, ein Sprecher der autonomen antifa, kommentierte das Geschehen: "Dieser Angriff stellt eine neue Qualität rechtsextremer Gewalt, die sich gezielt gegen die körperliche Unversehrtheit von Menschen richtet, im Hochtaunuskreis dar. Doch trotz der inzwischen fast regelmäßigen Bedrohungen und rechtsextremen Vorfälle ist von Seiten der hiesigen Veranwortlichen in Vereinen, Parteien und Verwaltung offensichtlich niemand Willens gegen die NeoNazis vorzugehen." Die schweigende Mehrheit, die immer noch die Aktivitäten der Neonazis im Hochtaunuskreis hinnehme, trage daher die Verwantwortung für eine weitere Eskalation in der Zukunft. "Wir können den Betroffenen schließlich nur raten sich nicht auf den Schutz durch die lokal Verantwortlichen zu verlassen, sondern sich selbst zu organisieren."

Nach Informationen der antifa waren die NeoNazis übrigens auf dem Rückweg von einer rechtsextremen "Geburtstagsfeier" in einem Haus an der Hauptstrasse in Köppern.

(Quelle: autonome Antifa)

 
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letzte Aktualisierung: 12.03.05