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27.
Oktober 2004
Wethen
bei Diemelstadt
Neonazis
drangsalieren Dorf
In
Wethen bei Diemelstadt herrscht große Unsicherheit:
eine
Gruppe von Neonazis belästigt die Bewohner.
Die
Polizei hat schon mehrfach eingegriffen
Das
Zentrum der dortigen Szene ist ein Fanclub des Hamburger
Sportvereins und sein Betreiber Bernd Tödter. Der wegen
der Tötung eines Obdachlosen Anfang der neunziger Jahre
zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilte Schläger
betreibt den "HSV PitBull´s (OFC) - SV Wethen
eV. - offizieller Fanclub des HSV". ... so berichtete
die Hessenschau (Hessischer Rundfunk,
www.hr-online.de)
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Bereits
seit Anfang der neunziger Jahre ist Bad Segeberg - gemeinhin nur
wegen der jährlich stattfindenden Karl-May-Festspiele und dem
Branchenriesen Möbel-Kraft ein Begriff - auch als braune Hochburg
bekannt. Seitdem stampften rührige Neonazi-Kader um den verurteilten
Mörder Bernd Tödter eine Organisationsstruktur mit dem
Namen "Kameradschaft Nordmark" aus dem Boden, die
sich nicht nur einer gewissen Kontinuität erfreuen, sondern
im Laufe der Jahre auch ihre Organisationsstrukturen ausbauen konnte.
In einer 99er Ausgabe des "Hamburger Sturm", einem
Organ der militanten Rechten in Hamburg, meldete sich die Gruppierung
mit einem Leserbrief zu den Vorgängen rund um die
Wehrmachtsausstellung Anfang des Jahres in Kiel zu Wort. Eingeleitet
von Lobesreden auf die Deutsche Wehrmacht, die laut Umfragen unter
alliierten Soldaten wahlweise die besten, die
tapfersten, die diszipliniertesten
oder auch die innovativsten gewesen seien, empören
sich die Schläger aus der Provinz über irgendwelche
Gören und grünschnäblige Penäler, die
ihr Fachwissen nur aus Schulbüchern und von roten Lehrkräften
eingehämmert bekommen haben.

Hinter
der Internetseite des "Sturm 18 Cassel" steht laut
einer Domainauskunft der in Bad Segeberg wohnende 27-jährige
Bernd Tödter. Laut der jüngsten Ausgabe von "Blick
nach rechts" forderte der "Sturm 18 Cassel"
zum Ausspionieren von "Antifaschisten und Punks" auf.

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Aus
einer örtlichen Schülerzeitung:

Der
Rechtsradikalismus in Deutschland nimmt dramatisch zu. Dies
belegen mehrere Untersuchungen der letzten zwei Jahre. Hauptsächlich
Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren treten solchen ausländerfeindlichen
Gruppen bei. Verhaltensforscher legten sich darauf fest,
dass diese entsetzlichen Ergebnisse daher kommen, dass manche
Eltern ihre Kinder nicht richtig ernst nehmen und vernachlässigen.
Daher suchen die vernachlässigten Jugendlichen nach
Bindung in einer Gruppe. Dies ist aber nicht immer der Fall.
Viele Jugendliche treten solchen Organisationen bei, weil
sie Bindung in der Gruppe suchen, aber auch um sich wichtig
zu machen. Die verlockendste dieser Gruppen ist zur Zeit
die Gruppe "PIT BULL". Diese Gruppe ist eine jener
Gruppen, in denen die Mitglieder um einen sogenannten Grad
aufsteigen können und so immer mehr "Macht"
und "Respekt" erlangen können. Auch nach
Aktionen mit dieser Gruppe - die sich gegen die "Ostfront"
(gegen türkische Mitmenschen) richtet - können
einzelne Mitglieder vom "Führer" zum Beispiel
mit Geld belohnt werden. Im Gegensatz zu manchen anderen
Gruppen sind die Pit Bulls, deren Kleidung ausschließlich
von der Marke Pit Bull Germany stammt, noch legal. Vielleicht
liegt dies aber auch daran, dass sie noch nicht so lange
aktiv ist und noch keinen Anlass gab für ein Verbot.
Aber was verleitet Jugendliche dazu, einer solchen Gruppe
beizutreten oder gar eine neue zu gründen? "Es
ist zum Einen die Gebundenheit in der Gruppe, doch zum Anderen
auch die "Freude" auf die Auseinandersetzungen
und Gewaltanwendung mit einem klaren Ziel", so ein
ehemaliger Pit Bull, dessen Name aus Schutzgründen
nicht genannt wird. Aber wie steigt man aus solch einer
Gruppe wieder aus? "Du hast nur die Chance auszusteigen,
wenn du dir schon eine Menge Respekt eingefahren hast, denn
sonst verfolgen dich die übrigen Gruppenmitglieder
und terrorisieren dich und deine Familie. Also, wenn man
mal den Fehler gemacht hat und solch einer Gruppe beigetreten
ist und noch dazu feige ist, kommt man nicht mehr so leicht
heraus, da man auch nicht dazu kommt, sich Respekt zu verschaffen."
Obwohl die Regierung alle rechtsradikalen Gruppen für
illegal erklären wollte, kam bisher noch keine Aktion
in Richtung Pit Bulls! Die "Feinde" der Pit Bulls
sind Punks, die gegen alle rechtsradikalen Gruppen gerichtet
sind, deren Vorgehen aber kaum weniger Aufsehen erregt.
Wie gesagt sind Pit Bulls an ihrer auffälligen Kleidung
(großes Pit Bull-Emblem) und an ihrer Frisur zu erkennen.
Meist ist es ein "Stufenschnitt" oder einfach
eine Glatze. Dazu meist noch ein tätowierter rechter
Arm und eine Kette mit dem Pit Bull Emblem.
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