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17.
Januar 2006
brutaler
Überfall in Ziegenhain
Nach
dem Besuch eines Konzerts in der Ziegenhainer Kulturhalle wurde
ein 54-jähriger Ziegenhainer in der Nacht von Samstag auf Sonntag
von fünf jungen Männern brutal zusammengeschlagen. Die
Polizei ermittelt unter anderem wegen der Verwendung von Kennzeichen
verfassungsfeindlicher Organisationen. Bei den Gewalttätern
handelt es sich ganz offensichtlich um Neonazis.

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POL-HR:
Pressemitteilung der Polizeidirektion Schwalm-Eder 10.01.2006
- 13:07 Uhr:
Ziegenhain:
54-Jähriger nach Konzertbesuch zusammengeschlagen

Ein 54-jähriger Mann aus Ziegenhain wurde in der Nacht
von Samstag auf Sonntag von 5 jungen Männern auf dem
Alleeplatz zusammengeschlagen. Der Mann hatte ein Konzert
in der Kulturhalle in Ziegenhain besucht. Gegen 23.55 Uhr
verließ er die Halle und ging über den Alleeplatz.
Dabei nahm er wahr, wie 5 junge Männer ein Werbeplakat,
das an einer Laterne befestigt war, abrissen. Anschließend
seien sie kurz vor der Laterne stehen geblieben, hätten
ihre rechte Hand zum Himmel gehoben und "Sieg heil
!" gerufen. Dann gingen die 5 weiter über den
Alleeplatz und schlugen mit einer Dachlatte, die von dem
zerstörten Werbeplakat stammte, auf einige Autos. Der
Zeuge habe die 5 jungen Männer daraufhin auf ihr Verhalten
angesprochen und sie gebeten, mit der Randale aufzuhören.
Die 5 Personen seien dann unvermittelt auf den Geschädigten
zugegangen, hätten auf in eingeschlagen und ihn mit
einem Reizstoff besprüht. Dann sei er mit der Dachlatte
auf den Rücken geschlagen worden und dadurch zu Boden
gefallen. Dabei sei seine Brille zu Bruch gegangen. Als
er auf dem Boden lag, hätten sich die 5 jungen Männer
vor ihm aufgestellt und gerufen: "Wir sind Deutsche".
Anschließend seien sie in Richtung Kulturhalle und
vermutlich weiter zum Steinweg geflüchtet.
Zur
Beschreibung der jungen Männer kann der Geschädigte
lediglich angeben, dass 4 Personen ca. 175 cm groß
waren, einer ca. 190 cm. Das Alter schätzt der Geschädigte
für alle 5 auf etwa 18 oder 19 Jahre. Zwei Personen
hätten eine helle Jacke getragen. Alle 5 hätten
blonde Haare gehabt. Der Geschädigte hatte Prellungen
und eine Platzwunde am Kopf erlitten. Nachdem die Schläger
verschwunden waren, verständige der Geschädigte
die Polizei. Im Zuge der Fahndung nach den Tätern konnten
keine verdächtigen Personen mehr angetroffen werden.
Im Anschluss sahen sich die Beamten die auf dem Alleeplatz
parkenden Autos an, konnten aber keine Beschädigungen
feststellen. Autobesitzer, die ihrem Wagen in dem betreffenden
Zeitraum auf dem Alleeplatz abgestellt hatten und erst später
Beschädigungen festgestellt haben, können sich
mit der Polizei in Ziegenhain in Verbindung setzen. Die
Regionale Kriminalinspektion Schwalm-Eder ermittelt wegen
"Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen
und gefährlicher Körperverletzung".
Anmerkung: Bei dem Geschädigten handelt es sich nicht
um einen Ausländer.

ots
Originaltext: Polizeipräsidium Nordhessen
Polizeipräsidium
Nordhessen, Polizeidirektion Schwalm-Eder
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Warum
der Beamte am Ende des Berichts noch einmal ausdrücklich darauf
hinweist, daß es sich bei dem Opfer nicht um einen Ausländer
handelt...
vielleicht
weil es ein schlüssiges Motiv gewesen wäre, einen Ausländer
zu verprügeln? Weil Deutsche solche Übergriffe normalerweise
nicht fürchten sollten?
Die
Anmerkung des Beamten scheint uns nicht besonders glücklich
zu sein, entlarvt sie doch einmal mehr den oberflächlichen
Umgang der Behörden mit rechtsextremen Gewalttaten.
Und
so wird auch weiterhin beharrlich ignoriert, geleugnet und verharmlost.
Die Strukturen der rechtsextremen NPD und anderer rechter Organisationen
haben die nordhessische Provinz erreicht. Ihre Musik wird zum Geheimtip
auf Schulhöfen in Schwalm-Eder, Waldeck-Frankenberg und Hersfeld-Rotenburg.
Die
Verantwortlichen können und wollen hier der Entwicklung wohl
nicht offen entgegentreten.
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