30. September 2006
Pressemeldung der Polizei Nordhessen
Nazi-Treffen in Hofgeismar
durch Polizei aufgelöst
Wie das Polizeipräsidium Nordhessen berichtet, wurde am Abend des 23. September auf einem Grillplatz in Hofgeismar ein als Geburtstagsfeier getarntes Treffen der rechten Szene aufgelöst. Dort sollten auch mehrere Livebands auftreten, deren Lieder rechtsextreme Inhalte aufweisen. Nach Angaben der HNA war an den Fahrzeug-Kennzeichen der geladenen Gäste zu erkennen, daß diese auch aus Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen anreisten.

zur Ergänzung:
Artikel in der HNA vom 24.09.2006:
Nazis mussten abziehen
Hofgeismar. Gerade noch rechtzeitig hat die Polizei am Samstagabend ein Treffen von Rechtsextremen in Hofgeismar verhindert. An die 80 Personen hatten sich bereits auf dem Westberg versammelt, um dort, mitten im Wald, an der Westbergbaude ein Konzert mit fünf Bands aus der braunen Szene zu veranstalten. Doch einem größeren Aufgebot der Polizei gelang es, die Rechten zum Rückzug zu bewegen. Nachfolgende Sympathisanten, die sich ebenfalls schon auf den Weg nach Hofgeismar gemacht hatten, wurden von den Veranstaltern des Treffens umdirigiert. Wie die Polizei beobachtete, fanden sich die Rechten später in größerer Anzahl wieder im Schwalm-Eder-Kreis zusammen.

Publik gemacht und organisiert worden war das treffen im Internet. Dort hatte ein junger Mann aus Hofgeismar zu einer großen "Geburtstags-Party" anlässlich seines 25. Geburtstages eingeladen. Die Party sollte an der Westbergbaude im Hofgeismarer Stadtwald stattfinden. Für Essen und Trinken sei gesorgt und auf einer großen Wiese sei ausreichend Platz, um später die Schlafsäcke auszurollen. Eine genaue Wegbeschreibung wurde angehängt und der Hinweis gegeben: "Gerne könnt ihr Kameraden mitbringen".
Ehre, Stolz und Agitator
Gleich fünf Bands sollten für rechte Stimmung und Unterhaltung sorgen. Deren Namen verraten, welcher Geisteshaltung sie angehören: "Agitator", "SKD", "Celtic Dawn", "Ehre und Stolz", sowie "Treue, Schwur und Julmond" sollten den Versammelten einheizen.
Dass es dazu glücklicherweise nicht kam, war Hinweisen zu verdanken, die tagsüber im Polizeipräsidium Nordhessen in Kassel eingegangen waren. Weil dort am Samstag zahlreiche Einsatzkräfte aus anderen Gründen zusammengezogen waren, konnte am Abend ein massives Aufgebot die Rechtsextremen am Westberg aufsuchen und dem braunen Spuk ein Ende bereiten. Eng eskortiert von der Polizei wurden sie zum Abzug gezwungen. Bei Kontrollen stellten die Beamten verbotene Musik-CDs mit rechtsextremistischen Inhalten sicher.
Die juristische Handhabe zur Auflösung der Versammlung lag indes bei der Stadt Hofgeismar. Bürgermeister Henner Sattler persönlich fuhr, begleitet von Polizeibeamten, zur Westbergbaude und erklärte den Nutzungsvertrag für nichtig. Dieser sei unter falschen Voraussetzungen zustande gekommen. Der junge Mann, der den Vertrag mit dem Hessisch-Waldeckischen Gebirgsverein als Baudenbetreiber geschlossen hatte, hatte seine wahren Absichten verschleiert.
"In Hofgeismar ist kein Millimeter Platz für solche Vorgänge", ließ der Bürgermeister keinen Zweifel an seiner Haltung. "Bei uns haben Nazis keine Chance."
Aus Leipzig und Dresden
Zum anderen war an den Kennzeichen der Autos, die bereits bis in der Stadt angekommen waren, abzulesen, welche Kreise die Einladung zur "Geburtstags-Party" gezogen hatte. Nicht nur die Rechten der benachbarten Landkreise hatten sich auf den Weg nach Hofgeismar gemacht, sondern auch solche aus Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen. Die Polizei registrierte neben Fahrzeugen aus Erfurt, Gotha und Eisenach sogar welche aus Leipzig und Dresden.

Pressemeldung der Polizei Nordhessen vom 24.09.2006:

Als Geburtstagsfeier getarntes Skinheadtreffen von Polizei aufgelöst
24.09.2006 - 01:22 Uhr
Kassel - Ein als Geburtstagsfeier getarntesTreffen von ca. 50 bis 70 Personen, die der rechten Szene zugeordnet werden, ist am gestrigen Abend von der Polizei aufgedeckt und am Veranstaltungsort, dem Grillplatz "Westbergbaude" in Hofgeismar, gewaltlos aufgelöst worden.
Mitglieder dieser Gruppierung hatten die dortige Grillhütte über den für die Vermietung dieser Örtlichkeit zuständigen Heimat- und Verkehrsverein Hofgeismar, angeblich für eine private Geburtstagsfeier, angemietet.
Die Täuschung fiel allerdings gestern Nachmittag auf, als die Polizei entdeckte, dass es sich bei der feierwilligen Gesellschaft augenscheinlich um Skinheads handelte, die dem rechten Spektrum angehören.
Von dem Veranstalter war beabsichtigt, dort mehrere Livebands aufspielen zu lassen, deren Liedertexte rechtsextremistische Inhalte aufweisen.
Nachdem der Hofgeismarer Bürgermeister über die Situation, insbesondere die getarnte Anmietung der Örtlichkeit, informiert worden war, hatte er den Mietvertrag aufgrund des Vertagbruchs für nichtig erklärt und im Rahmen seines Hausrechtes am gestrigen Nachmittag die Veranstaltung untersagt.
Unter diesen Voraussetzungen gelang es unter Beteiligung von Beamten des Polizeipräsidiums Nordhessen sowie der Kasseler Bereitschaftspolizei das vorgesehene Konzert im Vorfeld zu verhindern. Bereits Anwesende wurden des Platzes verwiesen und ankommende "Geburtstagsgäste" kontrolliert sowie ihre Zufahrt zur Grillhütte unterbunden. Bei den Kontrollen stellten die Beamten verbotene Musik-CD`s mit rechtsextremistischen Inhalten sicher.
"Uns ist es gelungen bereits vor dem Veranstaltungsbeginn den Schwindel um das getarnte Skinheadtreffen aufzudecken und nach anfänglichem Unwillen seitens der Gastgeber und Gäste die Personenansammlung widerstandslos aufzulösen", erklärte der Einsatzleiter, Leitender Polizeidirektor Gerd Thielmann. Gegen 21.40 Uhr war der gesamte Bereich geräumt. Die Personengruppe sammelte sich später auf einem privaten Anwesen im Schwalm-Eder-Kreis, wo sie ihr Treffen bis zum Berichtszeitpunkt (0.45 Uhr) friedlich fortsetzten.
 
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letzte Aktualisierung: 01.10.06