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8.
Juni 2009
Rechtsextreme
im Schwalm-Eder-Kreis
rechtsextreme
Veranstaltung
bei
Fritzlar durch Polizei aufgelöst
Am
frühen Abend hat die Polizei am vergangenen Samstag in einem
Dorf bei Fritzlar eine Veranstaltung von Rechtsextremen aufgelöst.
Es sollen bis zu 80 Personen kontrolliert worden sein. Offenbar
wurden in dem Ortsteil Räumlichkeiten angemietet, der Vermieter
kündigte den Nazis im Beisein der Polizei. Ein Sprecher der
Polizei erklärte, die Polizeistation Fritzlar habe gegen 19.30
Uhr den Hinweis eines Anwohners erhalten.
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| 04.06.09:
Aufkleber der rechtsextremen "Freie Kräfte Schwalm-Eder"
auf einem Schulhof in Schwalmstadt |
Organisierte
und aktive Neonazis machten zuletzt in der Schwalm auf sich aufmerksam.
Die Aktivitäten der Gruppierung "Freie Kräfte
Schwalm-Eder" gipfelten im Jahr 2008 in maßloser
Gewalt gegen alternative Jugendliche. Noch immer ist die Gruppe
aktiv und hat zuletzt angekündigt, eine neue Propagandaschlacht
mit rechtsextremen und antisemitischen Aufklebern starten zu wollen.
(siehe Foto)
Dass
sich rechtsextreme Aktivitäten im Schwalm-Eder-Kreis nicht
auf die Schwalm, also den südlichen Teil des Kreises beschränken,
ist eine bittere Pille für all jene, die eine Auseinandersetzung
mit dem Rechtsextremismus scheuen und die Dimensionen herunterspielen.
Beobachtern
der Szene hingegen fiel bei der genaueren Betrachtung und Aufarbeitung
der Situation im Schwalm-Eder-Kreis nach den erschütternden
Vorfällen in der Schwalm bald auf, dass auch in anderen Gemeinden
Aufklärungs- und Redebedarf zum Thema besteht. So ist das Schwalmgymnasium
in Schwalmstadt beispielsweise nicht die einzige Schule an der Jugendliche
durch rechtsextreme Einstellungen auffallen.
In
Fritzlar sind örtliche Aktivitäten von Rechtsextremen
in den letzten Jahren zumindest nicht öffentlich bekannt geworden,
einmal abgesehen von der Demonstration des rechtsextremen "Bürgerbündnis
Pro Schwalm-Eder" im März 2005. Das Bündnis trat
zur Kommunalwahl an und bestand überwiegend aus bekannten Aktivisten
der örtlichen extremen Rechten. (unser
Artikel vom 12. März 2005: http://www.antimanifest.de/ararnnfz.htm)
Im
Frühjahr 2004 betreten im Fritzlarer Ortsteil Zennern etwa
20 Neonazis das Grundstück einer Familie und drohen mit Gewalt.
Sie vermuteten dort eine Bekannte die sie "beschützen"
wollen vor dem jungen Mann den sie gerade besucht; dieser Freund
sei ein schlechter Umgang.
Gefärbte
Haare reichen Rechtsradikalen im Juli 2004 als Motiv aus, als sie
in der Fritzlarer Bleichensiedlung vor die Türen eines haltenden
Autos treten. Der junge Mann erlebt, wie er in wenigen Sekunden
als Feindbild ausgemacht wird und wie kurz darauf die schweren Stiefel
in die Seite seines ersten eigenen Autos donnern.
Im
August 2004 werden zwei
junge Leute bei der Rückkehr zu ihrem Fahrzeug am Fritzlarer
Zimmerplatz von Neonazis zunächst belästigt, als sie ihr
Auto zurücksetzen und den Parkplatz verlassen wollen, treten
die Hooligans zu; zerstörte Rückleuchten, ein Blechschaden
und vor allem Angst sind die Folgen.
Ende
Dezember 2006 wird ein Jugendpfleger der Gemeinde Wolfhagen nach
Auseinandersetzungen mit Rechten Störern bei einer Geburtstagsfeier
in einem Kirchberger Jugendclub auf dem Weg nach Hause brutal
zusammengeschlagen. Die feigen Täter verwenden dabei Schlagwerkzeuge
und Reizgas. Im Rahmen der Ermittlungen kommt es zu Hausdurchsuchungen
durch die Polizei. Zwei junge Männer aus Fritzlar, die der
rechten Szene zugeordnet werden, sollen in diesem Zusammenhang
Besuch von mehreren Beamten gehabt haben.

Am
1. Juli 2007
wird in der Fritzlarer Gaststätte "Goldrausch" eine
junge Frau von Rechtsextremisten beleidigt, bedroht und tätlich
angegriffen. Die junge Frau feiert mit ihrem Freund und Begleitern
einen Geburtstag in der Kneipe. Eine Gruppe Rechtsextremisten, teilweise
mit szenetypischer "Thor Steinar"-Kleidung bekleidet,
beleidigt und bedrängt die Geburtstagsfeier ohne dass es vorher
zu einem Streit gekommen war. Das bunte Erscheinungsbild der Geburtstagsgäste
ist wohl einziges Motiv für den Übergriff. Mehrfach rufen
die Neonazis das verbotene: "Heil H*****!" Die junge Frau
ruft die Polizei.

Bei
einem Besuch der Fritzlarer Altstadt im Jahr 2007 fiel mir selbst
auf, dass auf den Laternen und den Straßenschildern in der
Altstadt auffällig viele Aufkleber mit rechtsextremen Parolen
zu sehen waren. Ähnlich wie in Schwalmstadt wurde hier offensichtlich
versucht, sich im Stadtbild breit zu machen und Aufmerksamkeit
zu erregen. Auch auf den Wegen zu den Schulzentren in Fritzlar
fand ich solche Motive reihenweise.
Als
es nach den schweren Gewalttaten im Sommer 2008 in Schwalmstadt
zu mehreren Demonstrationen und hitzigen Debatten um die Auseinandersetzung
mit dem Problem kam, warfen Kritiker den Gemeindevertretern vor,
viel zu lange über solche Auffälligkeiten hinweg gesehen
zu haben. Uns würde interessieren, wie der Fritzlarer Bürgermeister
Karl-Wilhelm Lange (CDU) angesichts der oben genannten Vorkommnisse
über die Situation in seiner Stadt urteilen würde.
13.
Juni 2009
Am
Mittwoch, 10. Juni 2009, meldet die örtliche Tageszeitung HNA:
Rechtsextreme nicht in Fritzlar. Die Redaktion entschuldigt
sich für die fehlerhafte Berichterstattung und folgt einer
Bitte der Polizei, den tatsächlichen Ort nicht zu nennen. Dies
geschehe zum Schutz der Zeugen.
Dass
man in der Region die Auseinandersetzung mit Vorfällen wie
diesen scheut ist für uns nichts Neues. Schon lange kritisieren
wir eine Allianz des Schweigens und des Verschleierns. Die Mitarbeiter
der örtlichen Tageszeitung, von Journalisten möchte man
gar nicht sprechen, zeigen sich offenbar auch in diesem Fall dem
Diktat des Schweigens verpflichtet.
Insbesondere
Ortsvorsteher, Bürgermeister und sonstige Regionalpolitiker
mühten sich in der Vergangenheit, Vorfälle mit Neonazis
- und seien es Gewalttaten - möglichst zügig in Vergessenheit
geraten zu lassen. Was die politisch Verantwortlichen und womöglich
auch einige Bewohner der betroffenen Ortschaften glücklich
macht, ist Wasser auf die Mühlen von aktiven Neonazigruppen
in der Region. Sie organisieren sich weiter und bleiben dabei viel
zu oft ungestört, denn: Nazis gibt es hier nicht. Oder
wenigstens: Rechtsextreme nicht in Fritzlar - Punkt, Thema
erledigt.
Wir
scheuen die Auseinandersetzung - auch mit der Lokalpolitik - nicht
und können darum hier offen darüber berichten, dass
die Gerüchteküche in Fritzlar inzwischen davon spricht,
dass die Veranstaltung der Rechtsextremen in Uttershausen stattgefunden
haben soll. Uttershausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Wabern
im Schwalm-Eder-Kreis. Im Ort gibt es die alte Discothek "Chap",
1992 stillgelegt, diese soll für die Veranstaltung angemietet
worden sein.
Stephan
Siebrecht, antimanifest
Pressemeldungen
zum Thema:

Schwalm-Eder:
Polizei sprengt "rechte Party"
Nordhessennews NH24 am 08.06.2009

Polizei
löste rechtsextreme Musikveranstaltung in Fritzlar auf
Hessische-Niedersächsische Allgemeine,
HNA online am 08.06.2009

Rechtsextreme
nicht in Fritzlar
Hessische-Niedersächsische Allgemeine,
HNA Druckausgabe Fritzlar-Homberg am 10.06.2009
Polizeidirektion
Schwalm-Eder vom 08.06.2009
Rechte
Musikveranstaltung verhindert

Die
Polizei konnte am vergangenen Samstagabend eine politisch
rechts motivierte Musikveranstaltung im Schwalm-Eder-Kreis
durch sofortige Reaktion noch vor deren Beginn verhindern.
Gegen 19.30 Uhr erhielt die Polizeistation Fritzlar telefonisch
den Hinweis eines Anwohners, dass an einer von dem Anwohner
bezeichneten Örtlichkeit ungewöhnliche Aktivitäten
im Gange seien. Der Anrufer berichtete von einem hohen Personen-
und Fahrzeugaufkommen, darunter viele Fahrzeuge mit auswärtigen
Autokennzeichen. Die sofortige Überprüfung durch
die Polizei ergab, dass Personen, die teils schon dem äußeren
Eindruck nach politisch rechts motiviert auftraten, bereits
Teile einer Musikanlage in den Innenräumen der Örtlichkeit
aufgebaut hatten. Es wurden ca. 35 PKW mit zum Großteil
auswärtigen amtl. Kennzeichen, auch aus anderen Bundesländern,
festgestellt. Zum Zeitpunkt der Überprüfung befanden
sich ca. 40 Personen am Ort der geplanten Veranstaltung.
Weiterer Zulauf war zu verzeichnen. Im Laufe der polizeilichen
Maßnahmen wurden insgesamt bis zu 80 Personen festgestellt.
Der Vermieter der Räume kündigte dem Veranstalter
sofort, in Anwesenheit der Polizei, den Nutzungsvertrag,
als er erfuhr, dass in seinen Räumen eine Musikveranstaltung
Rechtsextremer stattfinden soll. Dies war ihm bei Vertragsabschluss
nicht bekannt, bzw. wurde ihm offenbar bewusst verschwiegen.
Die Veranstalter bauten daraufhin ihre Musikanlage wieder
ab. Die bereits vor Ort eingetroffenen Gäste verließen
nach und nach die Örtlichkeit. Dabei kam es zu keinerlei
Auseinandersetzungen. Die Polizei überwachte den Abzug
der Veranstalter insofern, dass es nicht an einem anderen
Ort möglicherweise zu einer Ausweichveranstaltung kommt.
Zuvor waren die Personalien der angetroffenen Personen festgestellt
und überprüft worden.

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Schwalm-Eder:
Polizei sprengt "rechte
Party"
Rechts
motivierte Musikveranstaltung im Keim erstickt
Fritzlar.
Die Polizei konnte am vergangenen Samstagabend, 06.06.2009,
eine politisch rechts motivierte Musikveranstaltung im
Schwalm-Eder-Kreis durch sofortige Reaktion noch vor deren
Beginn verhindern. Wie uns Kriminalhauptkommissar Giesa
von der Polizeidirektion Schwalm-Eder mitteilt, erhielt
die Polizeistation Fritzlar gegen 19.30 Uhr telefonisch
den Hinweis eines Anwohners, der bemkert hatte, dass ungewöhnliche
Aktivitäten im Gange seien.
Der
Anrufer berichtete von einem hohen Personen- und Fahrzeugaufkommen,
darunter viele Fahrzeuge mit auswärtigen Autokennzeichen.
Die sofortige Überprüfung durch die Polizei
ergab, dass Personen, die teils schon dem äußeren
Eindruck nach politisch rechts motiviert auftraten, bereits
Teile einer Musikanlage in den Innenräumen der Örtlichkeit
aufgebaut hatten.
Es
wurden ca. 35 PKW mit zum Großteil auswärtigen
amtl. Kennzeichen, auch aus anderen Bundesländern,
festgestellt. Zum Zeitpunkt der Überprüfung
befanden sich ca. 40 Personen am Ort der geplanten Veranstaltung.
Weiterer Zulauf war zu verzeichnen. Im Laufe der polizeilichen
Maßnahmen wurden insgesamt bis zu 80 Personen festgestellt.
Der
Vermieter der Räume kündigte dem Veranstalter
sofort, in Anwesenheit der Polizei, den Nutzungsvertrag,
als er erfuhr, dass in seinen Räumen eine Musikveranstaltung
Rechtsextremer stattfinden soll. Dies war ihm bei Vertragsabschluss
nicht bekannt, bzw. wurde ihm offenbar bewusst verschwiegen.
Die
Veranstalter bauten daraufhin ihre Musikanlage wieder
ab. Die bereits vor Ort eingetroffenen Gäste verließen
nach und nach die Örtlichkeit. Dabei kam es zu keinerlei
Auseinandersetzungen. Die Polizei überwachte den
Abzug der Veranstalter damit es nicht an einem anderen
Ort möglicherweise zu einer Ausweichveranstaltung
kommt. Zuvor waren die Personalien der angetroffenen Personen
festgestellt und überprüft worden.
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Polizei
löste rechtsextreme Musikveranstaltung in Fritzlar
auf
Teilnehmer
mussten den Veranstaltungsort wieder verlassen
Fritzlar.
Die Polizei hat am Samstag in Fritzlar eine Musikveranstaltung
von Rechtsextremisten verhindert. Wie erst am Montag mitgeteilt
wurde, war die Polizeistation Fritzlar gegen 19.30 Uhr von
einem Anwohner informiert worden, der ein auffälliges
Treffen von Personen sowie ein größeres Fahrzeugaufkommen
beobachtet hatte.
Die
sofortige Überprüfung habe ergeben, dass Personen,
die teils schon dem äußeren Eindruck nach der
rechten Szene angehörten, Teile einer Musikanlage aufgebaut
hatten. Die Beamten fanden auch 35 Autos vor, die zum Großteil
auswärtige Kennzeichen hatten, heißt es in einer
Pressemitteilung. 40 Teilnehmer waren bereits anwesend,
ein weiterer Zulauf sei zu verzeichnen gewesen. Insgesamt
registrierten die Beamten schließlich 80 Teilnehmer.
Der
Vermieter der Räume habe dem Veranstalter sofort den
Nutzungsvertrag gekündigt, als er erfuhr, dass in seinen
Räumen eine Musikveranstaltung Rechtsextremer stattfinden
sollte. Das sei ihm bei Vertragsabschluss nicht bekannt
gewesen beziehungsweise verschwiegen worden. Die Veranstalter
bauten ihre Musikanlage wieder ab. Die bereits eingetroffenen
Gäste verließen nach Angaben der Polizei den
Veranstaltungsort. Dabei sei es zu keinerlei Auseinandersetzungen
gekommen. Die Polizei überwachte den Abzug der Teilnehmer.
Zuvor waren die Personalien festgestellt und überprüft
worden.
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HNA
Druckausgabe Fritzlar-Homberg am 10.06.2009
Rechtsextreme
nicht in Fritzlar
Fritzlar.
Die von der Polizei aufgelöste Veranstaltung von
Rechtsextremen am Samstag war nicht in Fritzlar.
In
unserer gestrigen Berichterstattung war Fritzlar irrtümlich
als Veranstaltungsort genannt worden. Die Polizei bittet
darum, den tatsächlichen Ort nicht zu nennen, um
Zeugen zu schützen. Dieser Bitte kommen wir gerne
nach und bitten, den Fehler zu entschuldigen.
Quelle:
Druckausgabe der HNA für die Region Fritzlar-Homberg
am 10.06.2009
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