05. September 2004
Pressemitteilung der Polzei
Durchsuchungsaktion der Polizei gegen rechtsextreme Szene in Kirtorf
Die Pressestelle der Polizeidirektion Vogelsberg meldet am 25. August 2004:
25.08.2004 - 09:20 Uhr
Lauterbach (ots) - Erstmeldung
Kirtorf/Vogelsbergkreis – Bastheim/Kr. Rhön-Grabfeld/Unterfranken
Zur Zeit durchsucht die Polizei Objekte von Personen der rechtsextremen Szene in Kirtorf (Vogelsbergkreis) und in Bastheim (Kreis Rhön-Grabfeld).
Anfang Juli fand in Kirtorf ein Skinheadkonzert statt. Aufgrund von Ermittlungen der Kripo Alsfeld ergaben sich konkrete Hinweise auf zahlreiche „NS Propagandadelikte“ sowie volksverhetzende Straftaten im Verlauf dieses Konzertes.
Ein einschlägig polizeibekannter 41-Jähriger aus Kirtorf hatte sein Anwesen einem 30-jährigen Rechtsextremen aus dem unterfränkischen Bastheim für diese Veranstaltung zur Verfügung gestellt.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Gießen ergingen Durchsuchungsbeschlüsse durch das dortige Amtsgericht. Mit Unterstützung der Hessischen Bereitschaftspolizei sowie des Hessischen Landeskriminalamts werden im Moment in Kirtorf von Beamten der Polizeidirektion Vogelsberg und in Bastheim von den bayrischen Kollegen die Räumlichkeiten der Tatverdächtigen durchsucht.
Über die Ergebnisse der Durchsuchungsaktionen wird in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Gießen nachberichtet.
25.08.2004 - 16:26 Uhr
Lauterbach - Kirtorf /Vogelsbergkreis – Bastheim – Kreis Rhön-Grabfeld/Unterfranken
Umfangreiches Beweismaterial konnte die Polizei nach Durchsuchungsmaßnahmen in Objekten der rechtsextremen Szene am Mittwoch sicherstellen. In den Vormittagsstunden wurden ab neun Uhr drei verschiedene Objekte durch starke Polizeikräfte in Kirtorf, einem Ortsteil von Kirtorf und im unterfränkischen Bastheim durchsucht.
Grundlage für die Durchsuchungsmaßnahmen waren entsprechende Beschlüsse des Gießener Amtsgerichts auf Veranlassung der dortigen Staatsanwaltschaft. Ermittlungen der Kripo Alsfeld hatten ergeben, dass sich eine als privat deklarierte Veranstaltung in den Räumen des Anwesens Marburger Straße in Kirtorf Anfang Juli als ein „Skinhead-Konzert“ herausstellte. Dabei war es zu einer Reihe von Straftaten gekommen.
Die polizeilichen Maßnahmen richteten sich gegen einen einschlägig polizeibekannten 41-Jährigen aus Kirtorf, der bereits in der Vergangenheit sowie an besagtem Abend Anfang Juli seine Räumlichkeiten für Feierlichkeiten der rechtsextremen Szene zur Verfügung stellte. Das Anwesen in der Marburger Straße hatte sich nach und nach zum Szenetreff etabliert und war im Fokus ständiger polizeilicher Überwachung.
Zeitgleich wurde die Wohnung eines 29-Jährigen, der als Kopf der Kirtorfer Szene gilt, in einem Kirtorfer Ortsteil durchsucht sowie die eines 30-jährigen Rechtsextremen aus dem unterfränkischen Bastheim. Bei dem 30-jährigen handelt es sich um den eigentlichen Veranstalter der genannten "privaten Feier“.
Die Durchsuchungen führten zum Auffinden von Beweismitteln in größerem Umfang. Neben einer Vielzahl Waffen mit Munition, die zum Teil erlaubnispflichtig sind, konnten die Beamten Ton- und Bildträger, "NS-Propagandamaterial“ in Form von Fahnen, Abzeichen, Drucken sowie Abbildungen bis hin zu Schriftstücken in amtliche Verwahrung nehmen. Der Einsatz unter Federführung des Leiters der Regionalen Kriminalinspektion Alsfeld, Kriminaloberrat Matthias Weber, dauerte bis in die Mittagsstunden. Im Bereich Kirtorf waren mehr als 100 Beamte im Einsatz. Mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei aus Lich und Mühlheim, Beamten des Landeskriminalamtes, einem Vertreter der Staatsanwaltschaft Gießen sowie des örtlichen Landratsamtes wurden die Durchsuchungsbeschlüsse umgesetzt. Die Kripo Schweinfurt führte die Durchsuchungsaktion in Bastheim unter enger Abstimmung mit der Alsfelder Einsatzleitung mit eigenen Kräften durch.
Der 41-jährige und der 29-jährige Angehörige der Kirtorfer rechten Gruppierung wurden vorläufig zwecks Vernehmung und erkennungsdienstlicher Behandlung zur Polizei sistiert. Mit Abschluss der Maßnahmen wurden sie von dort entlassen. Der 30- jährige Unterfranke konnte in seiner Wohnung verbleiben.
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Gießen und Kripo Alsfeld dauern an. Die umfangreichen Sicherstellungen bedürfen jetzt eingehender Sichtung und Auswertung.
Elvira Idt
Pressesprecherin
 
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