antifaschistisches
Informationsarchiv:
Region Nordhessen

 

Die Chronik beschränkt sich auf die Region Nordhessen.
Wir freuen uns über jedes Interesse und nehmen seriöse Ergänzungen auch in unsere Datenbank auf.

 

Sommer 2002. Auf einem Volksfest in Nieste (Landkreis Kassel) beleidigt ein 48-jähriger ein dunkelhäutiges Kind mit den Worten:
"Guck dir die mal an, die Indianerin oder Ausländerin, die sollte man vergasen. Wenn es meine Tochter wäre, hätte ich sie schon längst erschlagen".

 

Am 8.11.04 meldet die Agentur Reuters: (...) Schon jetzt sei erkennbar, daß die Neonazis fast jedes Wochenende auf die Straße gingen, um den Staat und Gegendemonstranten zu provozieren, sagte der GdP-Vorsitzende Konrad Freiberg der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Ziel sei offensichtlich, daß linke Chaoten die Nerven verlieren und die Polizei mittendrin stecke. "Irgendwann wird es passieren und dann gibt es Verletzte, möglicherweise kommt sogar jemand zu Tode." Die rechten Demonstranten wollten nicht zuerst zuschlagen, sondern angegriffen werden, "um nach außen eine saubere Weste zu behalten und sich als Opfer von Chaoten und Polizei darstellen zu können", sagte Freiberg. "Die neu vereinte Rechte und die Neonazis wollen Weimarer Verhältnisse."

 

Im Oktober 2003 beschmierten unbekannte Täter in Niedervellmar (Landkreis Kassel) ein Bahnhäuschen mit einem Hakenkreuz und den Parolen: "Zerstückelt alle Nigger, tötet alle Asylanten, schlachtet alle Penner ab, ermordet alle Krüppel, köpft alle Behinderten, Sieg Heil!"

 

   
Chronik rechtsradikaler Veranstaltungen und Übergriffe
Region Nordhessen
kein Anspruch auf Vollständigkeit, Hinweise willkommen
20.01.10
 
Ein Jahr und drei Monate Jugendgefängnis drohen einem Anhänger der rechten Gruppierung "Freie Kräfte Schwalm-Eder". Das Jugendschöffengericht am Amtsgericht Schwalmstadt verurteilt den heute 18-jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit versuchter Gefangenenbefreiung. Das Gericht verfügt eine Vorbewährung von neun Monaten. Innerhalb dieser Zeit muss der Schüler Auflagen und Weisungen erfüllen und muss außerdem 100 gemeinnützige Arbeitsstunden leisten. Außerdem muss er wegen Alkoholkonsums Gespräche mit der Jugend- und Suchtberatung führen.
Im November 2009 hatte der Rechte am Rande einer Kirmes in Schwalmstadt-Ditterhausen einen Polizisten schwer verletzt. Der Beamte kniete am Boden und hielt dort einen anderen Mann fest. Der 18-jährige trat dem Polizisten aus vollem Lauf vor den Kopf, der Beamte erlitt Schädelverletzungen. (link)
Quelle: www.hna.de
20.01.10
 
Vor dem Jugendschöffengericht in Schwalmstadt wird der 21-jährige Mark O. zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten ohne Bewährung verurteilt. Am frühen Morgen des 14.02.2009 hatte der Maler- und Lackierergeselle vor der Kneipe Bunker Beat Lounge in Schwalmstadt-Treysa einen 26-jährigen beleidigt mit den Worten: "Du siehst aus wie ein Mongoloid. Wohnst Du etwa in Hephata?" Einem weiteren Gast der Kneipe hatte der bekennende Rechtsextremist mit der Faust ins Gesicht geschlagen.
Das Gericht folgt mit dem Urteil weder der Verteidigung, die einen Freispruch erwartete, noch dem Staatsanwalt, der vier Monate Haft auf Bewährung sowie eine Geldstrafe forderte. Jugendstrafrecht wird nicht angewandt, nach Ansicht des Gerichts ist die Entwicklung des jungen Mannes abgeschlossen. Der Verurteilte habe ein rechtsradikales Umfeld und nehme in der Gruppierung "Freie Kräfte Schwalm-Eder" eine führende Stellung ein. "Sie spitzen an, die anderen marschieren los", so die Einschätzung des Richters.
Es ist das dritte Strafverfahren gegen den rechten Schläger. Verurteilt wurde er auch für die Beteiligung an einem Überfall auf Jugendliche im Frielendorfer Ortsteil Todenhausen im Juni 2008.
Am Tag vor dem brutalen Überfall auf ein Sommercamp des Jugendverbands [´solid] am 20.07.2008 war Mark O. beispielsweise auch bei dem Versuch festgenommen worden, eine Demonstration gegen Rechtsextremismus und Rassismus am Marktplatz in Schwalmstadt-Treysa zu stören. (link)
Quellen: www.nh24.de, www.hna.de
17.01.10
 
Unbekannte Täter sprühen am Samstagmorgen zwischen 2.00 und 3.00 Uhr mit weißer Sprühfarbe ein Hakenkreuz sowie weitere Losungen mit beleidigendem Inhalt an die Wohnungstür eines Mehrfamilienhauses in der Kasseler Straße in Bebra (Kreis Hersfeld-Rotenburg). Die Kriminalpolizei Bad Hersfeld ermittelt wegen Beleidigung, Sachbeschädigung und wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.
24.12.09
 
Unbekannte Täter sprühen im Zeitraum zwischen dem 23.12.2009, 15.00 Uhr bis 24.12.2009, 10.30 Uhr zwei Hakenkreuze an das Garagentor und ein Tor der Turnhalle der Haunetalschule in Neukirchen. Die Polizei Bad Hersfeld ermittelt wegen Sachbeschädigung und wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.
06.12.09
 
Anwohner alarmieren die Polizei als Jugendliche in Neukirchen kurz nach Mitternacht die verbotene Parole "Sieg Heil" rufen. Zu den Fahndungsmaßnahmen der Polizei werden auch Einsatzkräfte der "BAO-Mitte" (Besondere Aufbauorganisation - Mitte) hinzugezogen. Tatverdächtige kann die Polizei jedoch nicht mehr finden.
05.12.09
 
Am frühen Samstagabend provozieren einige Personen, die der Gruppierung "Freie Kräfte Schwalm-Eder" zugerechnet werden, Besucher einer Musikveranstaltung in einer Gaststätte in Schwalmstadt-Treysa. Die Veranstaltung wird im Verlauf der Nacht intensiv durch die Polizei überwacht.
29.11.09
 
Im Frielendorfer Ortsteil Lenderscheid findet am Samstag eine als Geburtstagsfeier gemeldete Veranstaltung statt. In der Nacht treten zwei Anhänger der rechtsextremen Gruppierung "Freie Kräfte Schwalm-Eder" vor das Veranstaltungsgebäude und singen verbotenes nationalsozialistisches Liedgut. Die jungen Männer im Alter von 18 und 19 Jahren werden von der anwesenden Polizei vorläufig verhaftet. Es wird ein Ermittlungsverfahren wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingeleitet.
Wegen der wiederholten Angriffe durch die "Freien Kräfte Schwalm-Eder" hat die Polizei die Überwachungsmaßnahmen bei öffentlichen Veranstaltungen im Schwalm-Eder-Kreis verstärkt. Auch werden Personen, die der Gruppierung FKSE zugerechnet werden, aufgesucht und so genannte Gefährderansprachen geführt sowie die jeweiligen Aktivitäten dieser Personen durch Polizeikräfte weitestgehend begleitet. Dabei kommen auch Beamte der BFE-Einheit (Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit) der hessischen Bereitschaftspolizei zum Einsatz.
14.11.09
 
An einem Brückenpfeiler der A7 bei Niederaula, der Unterführung der Bundesstraße 62, wird ein in weißer Farbe aufgemaltes Hakenkreuz entdeckt. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung und wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen.
Quelle: www.nh24.de
13.11.09
 
Wiederholt kommt es zu Gewalt gegen Polizeikräfte duch einen Anhänger der rechtsextremen Gruppierung "Freie Kräfte Schwalm-Eder, FKSE".
Mit dem Hauptaugenmerk auf bereits polizeibekannte Personen streift die Polizei in der Nacht mit starken Kräften durch den Schwalm-Eder-Kreis. Schwerpunkt sind Gaststätten in Schwalmstadt und Privatwohnungen polizeibekannter Straftäter. Es werden mehrere dutzend Autos angehalten und deren Fahrer und Insassen kontrolliert. Auch in Borken, bei der Kirmes in Fritzlar-Lohne und im McDonalds in Fritzlar führt die Polizei mehrfach Personenkontrollen durch. Die Aktion richtet sich gezielt gegen Mitglieder und Sympathisanten der FKSE. Es soll sich um etwa 35 Personen handeln, die im Visier der Polizei stehen.
Am Freitagabend kommt es während dieser Überwachungsmaßnahmen in Treysa zu einer Widerstandshandlung gegen Polizeibeamte durch einen 21-jährigen Aktivisten der FKSE. Der 21-jährige will das durch einen Veranstalter ausgesprochene Hausverbot nicht akzeptieren. Als die Beamten ihm einen Platzverweis erteilen, beleidigt er diese und greift sie tätlich an.
08.11.09
 
Am Wochenende kommt es erneut zu einem Angriff auf eine Kirmes durch örtliche Rechtsextreme. Im Schwalmstädter Ortsteil Dittershausen wird in der späten Nacht von Samstag auf Sonntag wieder eine Schlägerei von den Rechten provoziert. Eingesetzte Polizeibeamte werden dann bei dem Versuch der Festnahme eines Verdächtigen von einem Angreifer getreten und teilweise schwer verletzt.
04.11.09
 
Unbekannte malen mindestens sechs Hakenkreuze auf Häuserwände in der Frankfurter Straße in Kassel. Neben einigen der Hakenkreuze steht "immer da!". In Kassel-Mitte tauchten in den vergangenen Wochen zudem immer wieder Aufkleber der Neonazi-Gruppe "Freier Widerstand Kassel" auf.
03.11.09
 
Ein Neonazi-Musiker aus Melsungen im Schwalm-Eder-Kreis wird vor dem Amtsgericht Herzberg am Harz wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe in Höhe von 3.600 Euro verurteilt. Er ist der Schlagzeuger der Rechtsrockband "Kommando Freisler". Der aus Bad Lauterberg stammende Sänger und Texter der Gruppe wird zu 3.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Beide waren nach Feststellung des Gerichts an der CD "Geheime Reichssache" beteiligt, die zahlreiche menschenverachtende Texte enthalte.
Roland Freisler war bis zu seinem Tode 1945 Präsident des Volksgerichtshofes und für viele Rechtsbeugungen und Todesurteile verantwortlich. Der Nazi-Richter hatte auch eine Anwaltskanzlei in Kassel.
31.10.09
 
Im Borkener Ortsteil Arnsbach stören Neonazis die Kirmes. In der Nacht zu Samstag werden zwei 19jährige vor dem Dorfgemeinschaftshaus von den Rechten unvermittelt angegriffen, geschlagen und getreten. Die Opfer erleiden Prellungen und Schürfwunden. Einer der jungen Männer muss im Krankenhaus behandelt werden. Bei den Schlägern handelt es sich nach ersten Erkenntnissen um Anhänger der neofaschistischen Vereinigung "Freie Kräfte Schwalm-Eder" (FKSE), das bestätigt die Polizei.
17.10.09
 
Am Samstag versammeln sich Fußballfans am Kasseler Hauptbahnhof, um zu dem Liga-Spiel Eintracht Frankfurt gegen Hannover 96 zu fahren. Sieben von ihnen versammeln sich gegen 8:30 Uhr vor dem Eingang des Schnellrestaurants am Bahnhof, rufen "Sieg Heil", grüßten dazu mit dem Hitlergruß und filmen dies mit ihren Mobiltelefonen. Von Zeugen wird die Bundespolizei informiert. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Kassel werden die Sieben Anhänger des Vereins Hannover 96 in Gewahrsam genommen.
Quelle: www.nh24.de
17.10.09
 
In der Nacht zum Samstag, vermutlich zwischen 23.00 Uhr und 1.10 Uhr, sprühen Unbekannte ein Hakenkreuz und eine NS-Parole auf Eckfahnen des Sportplatzes in Burghaun im Landkreis Fulda. Weiterhin werden ein Schaukasten und ein Werbeschild auf dem Gelände des Sportvereins TSV Burghaun verunstaltet. Die Polizei ermittelt.
Quelle: www.nh24.de
27.09.09
 
Eine Gruppe von acht Rechtsextremen versammelt sich am Abend der Bundestagswahl vor einer linken Szenekneipe in Schwalmstadt. Sie kommen offenbar von einer Geburtstagsfeier eines ortsbekannten Nazis. Als ein 23-Jähriger die Kneipe verlässt, wird er unvermittelt angegriffen. Ein 32-jähriger Gast und der 38-Jährige Wirt, die dem Mann helfen wollen, werden ebenfalls angegriffen. Der Haupttäter, zwischen 18 bis 20 Jahre alt, trägt nach Zeugenaussagen ein T-Shirt mit der Zahl 88, eingefasst in Eichenlaub.
29.08.09
 
Drei junge Männer ziehen am Abend "Sieg-Heil"-rufend duch Wabern. Mit schwarzer Lackfarbe sprühen sie Hakenkreuze und NS-Runen auf Hauswände von Privathäusern, Wahlplakate, ein Schaufenster, ein Kfz-Kennzeichen, ein Verkehrszeichen und einen Briefkasten. Ein Zeuge ruft gegen 22.15 Uhr die Polizei. Im Ort werden darauf drei Männer im Alter zwischen 21 und 26 Jahren festgenommen. Es handelt sich um einen Mann aus Homberg und zwei Männer aus Wabern. Einer führt eine Spühdose mit sich.
20.06.09
 
Die Polizei verhindert eine Sonnenwendfeier von Rechtsextremisten im Landkreis Gießen. Bereits am Freitag erfahren die Beamten, dass ein 25-jähriger Mann aus der rechten Szene eine Veranstaltung in Langgöns angemeldet hat.
Quelle: www.nh24.de
17.06.09
 
Vor dem Amtsgericht Schwalmstadt-Treysa wird der gewalttätige Übergriff von Rechtsextremen auf einen jungen Mann am 17.08.2008 auf der Kirmes in Obergrenzebach verhandelt. Der Hauptangeklagte, ein Schüler, wird zu einer Woche Arrest verurteilt, die weiteren Angeklagten erhalten einen Freispruch.
06.06.09
 
Die Polizei löst im Raum Fritzlar eine Veranstaltung von Rechtsextremen auf. Personalien von annähernd 80 Personen werden kontrolliert. Die Veranstalter hatten Räumlichkeiten angemietet, der Vermieter kündigt den Nazis im Beisein der Polizei. Ein Sprecher der Polizei erklärt gegenüber der Presse, die Polizeistation Fritzlar habe auf den Hinweis eines Anwohners reagiert. Unbestätigten Hinweisen zufolge soll sich der Vorfall in Uttershausen abgespielt haben, einem Ortsteil der Gemeinde Wabern.
Quelle: www.nh24.de
02.06.09
 
Unbekannte legen auf der Gedenkstätte in Trutzhain (Schwalmstadt) Nelken in Form eines Hakenkreuzes nieder.
Quelle: Druckausgabe der HNA
24.05.09
 
Unbekannte besprühen die Gedenktafel für die am 7. November 1938 zerstörte Kasseler Synagoge in der unteren Königsstraße mit Farbe.
21.05.09
 
Bei Fuldatal-Wilhelmshausen löst die Polizei am Himmelfahrtstag eine Grillparty von Mitgliedern der rechten Szene auf. Die 15 bis 20 Personen, die fast alle ganz in Schwarz gekleidet sind, ziehen darauf weiter ins benachbarte Hann. Münden. Dort feiern sie an der Weser bei Gimte weiter und tauchen später noch am Rand der Mündener Altstadt auf.
Quelle: www.hna.de
09.04.09
 
Unbekannte sprühen in der Zeit von Dienstag (07.04.09) bis Donnerstag (09.04.09) in der Nähe von Bromskirchen ein Hakenkreuz auf einen Wirtschaftsweg am Abzweig zu den Pumpstationen Bromskirchen und Hallenberg. Das verbotene Symbol wird in den Farben schwarz, rot und weiß aufgebracht. Unter dem Zeichen wird in schwarzer Farbe "gez RSFKB" gesprüht.
Quelle: www.nh24.de
07.03.09
 
Die NPD tritt am Samstagmorgen mit Infoständen im Werra-Meißner-Kreis auf.
Die Rechtsextremen stehen in Sontra, Bad Sooden-Allendorf und Eschwege. In Witzenhausen wird laut Polizei erst gar kein Stand aufgebaut. Rund 150 Demonstranten wenden sich in Eschwege gegen den NPD-Auftritt. Dazu aufgerufen hatte das örtliche "Bündnis gegen Rechts".
14.02.09
 
Bei einem Halt auf der Rückreise von Dresden wird eine Reisegruppe aus Nordhessen auf einem Parkplatz bei Jena von rechten Schlägern unmittelbar attackiert. Eine Person wird dabei schwer verletzt, erleidet einen Schädelbruch. Ein weiteres Opfer wird in ein Krankenhaus eingeliefert, insgesamt gibt es fünf Verletzte.
Zur Teilnahme an den Protesten gegen den rechten "Trauermarsch" in Dresden am 14. Februar hatten der Deutsche Gewerkschaftsbund sowie verschiedene Parteien in Nordhessen aufgerufen. Der DGB Nordhessen organisierte zwei Busse, die von Kassel und Schwalmstadt starteten.
15.01.09
 
Mehrere Plakate auf dem Universitätsgelände am Holländischen Platz in Kassel werden mit antisemitischen Parolen beschmiert. Über den Campus verteilt werden verschiedene Parolen wie "Down Israel" und "Fuck Zionismus" entdeckt. In das Wort Israel ist jeweils ein Hakenkreuz eingeflochten. Zuvor taucht in der Kasseler Innenstadt ein Flugblatt auf, das antisemitische Klischees verbreitet. In der Innenstadt finden sich anti-israelische Parolen und Hakenkreuze. Dabei auch Hinweise auf die rechtsextreme website "widerstand.info".
15.01.09
 
In Alsfeld treffen sich rund 60 Menschen, darunter AktivistInnen der Antifa und dem Netzwerk gegen Rassismus Alsfeld, um gegen einen Infostand der NPD im Rahmen des Landtagswahlkampfes zu demonstrieren. Als eine Vorhut der Faschisten den Widerstand entdeckt, sagen sie ihren Infostand ab.
01.01.09
 
Am Neujahrsmorgen wird zwischen 4.00 und 7:30 Uhr in der "Engen Gasse" in Frankenberg-Willersdorf ein Lieferwagen mit mehreren Hakenkreuzen und beleidigenden Worten besprüht. Die Kriminalpolizei in Korbach ermittelt wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Sachbeschädigung. Der durch die Farbschmierereien verursachte Sachschaden beläuft sich auf über 1.000,- Euro.
Quelle: www.nh24.de
20.12.08
 
Am Nachmittag melden sich mehrere Zeugen telefonisch bei der Polizei und berichteten übereinstimmend von einer Gruppe von 5-10 Jugendlichen auf dem Kasseler Weihnachtsmarkt, aus der ein Jugendlicher den Hitlergruß zeigt und ausländerfeindliche Parolen skandiert. Ein 15-Jähriger aus Kassel wird als Tatverdächtiger identifiziert. Während die anderen Personen noch auf dem Königsplatz entlassen werden, nimmt die Polizei den 15-Jährigen mit auf die Wache.
Quelle: www.nh24.de
12.12.08
 
In der Nacht zum Freitag ritzen unbekannte Täter Hakenkreuze in den Lack zweier Autos in Homberg. Dabei entsteht ein Schaden von etwa 2.000 Euro. Die Fahrzeugbesitzer sind nach Einschätzung der Polizei "völlig zufällig zu Opfern geworden". Es liege kein Hinweis für eine gezielte Tat vor.
11.11.08
 
David Giesler, stellvertretender Vorsitzender des NPD-Kreisverbandes Waldeck-Schwalm-Eder, sitzt während des Vortrags "Geheime Zeichen der Rechten" in der Schule im Ostergrund im Publikum. Er hat eine kleine Videokamera mitgebracht, mit der er das Publikum filmt. Nach Aufforderung durch Schulleiter Olaf Rödiger muss der junge NPD-Funktionär die Aufnahmen nach der Veranstaltung löschen, kontrolliert von der Polizei.
Kriminalhauptkommissar Becker erläutert in seinem Vortrag die Erkennungszeichen der Rechten. Die Verantsaltung findet im Rahmen der Aktionswoche "Schwalmstadt bleibt bunt!" statt. Weil neben Giesler noch weitere bekannte Anhänger der rechten Szene anwesend sind, verlassen einige Besucher die Veranstaltung unter Protest. Insgesamt besuchen über 150 Gäste die Veranstaltung.
Quelle: www.hna.de
13.09.08
 
Die NPD tritt mit einem Infostand in Schwalmstadt-Treysa auf. Etwa 80 Menschen versammeln sich zum friedlichen Protest vor dem Infostand und machen ein freies Werben der Rechtsextremen unmöglich. Nur drei Meter entfernt nehmen in einem Café auch Anhänger der sogenannten "freien Nationalisten" Platz. Ihrer Gesinnung geben die jungen Männer u. a. mit diversen Symbolen auf ihrer Kleidung Ausdruck. Es handelt sich offenbar um Anhänger oder Sympathisanten der Gruppierung, die als "Freie Kräfte Schwalm-Eder" in diesem Jahr durch gewalttätige Übergriffe auf Andersdenkende ins öffentliche Bewußtsein trat. Abseits des von der Polizei stark bewachten Schauplatzes kommt es am Mittag zur Bedrohung eines Antifaschisten durch Anhänger der autonomen Rechten.
04.09.08
 
Im Bereich des Schwalmgymnasiums in Schwalmstadt werden Plakate entwendet, die auf eine Veranstaltung zum Thema Rechtsextremismus hinweisen. Die Plakatierung war genehmigt, das Ordnungsamt der Stadt Schwalmstadt erklärt auf Nachfrage, die Plakatständer nicht entfernt zu haben. Die Aufsteller werden den Vorfall zur Anzeige bringen.
23.08.08
 
Für rund 15 Minuten hört man auf der Frequenz des Freien Radios Kassel am Samstagabend Neonazi-Musik. Als erste Beschwerdeanrufe eingehen, wird die Musik sofort vom Sender genommen. Unbekannten ist es über das Funknetzwerk des Freien Radios offenbar gelungen, unbemerkt Musikdateien des Senders durch rechtsextreme Lieder zu ersetzen. Das Freie Radio hat Strafanzeige gestellt, die Polizei ermittelt.
17.08.08
 
Auf der Kirmes in Obergrenzebach kommt es zu einem gewalttätigen Übergriff auf einen Jugendlichen. Nach Schilderung des Opfers zerren ihn drei Anhänger der extremen Rechten zu Boden und treten auf ihn ein, weil sie ihn für einen Linken halten.
24.07.08
 
Bei einer Razzia durchsucht die Polizei 13 Wohnungen von Mitgliedern der rechtsextremen "Freie Kräfte Schwalm-Eder". Den "Freien Kräften" werden nach Erkenntnissen der Staatsschützer rund 30 aktive Mitglieder und Sympathisanten im Alter zwischen 17 und 32 Jahren zugerechnet. Sieben werden bei der Durchsuchung vorläufig festgenommen und anschließend wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Ermittler stellen zahlreiche Beweismittel sicher, darunter mehrere tausend Aufkleber der "Freien Kräfte", Spray-Vorlagen, mehrere Computer, Mobiltelefone und Waffen.
20.07.08
 
Am frühen Morgen überfallen rechte Schläger das Sommercamp des Jugendverbands ['solid] am Neuenhainer See (Schwalm-Eder-Kreis). Eine 13-jährige Campteilnehmerin wird schwer verletzt.
Die Schläger fahren im Pkw eines 19-jährigen aus Willingshausen zum Jugendcamp an den Neuenhainer See. Zwei Personen aus der Gruppe, ein 19-jähriger Wohnsitzloser und ein 21-jähriger aus Schwalmstadt-Treysa übersteigen den 2,5 Meter hohen Zaun und durchstreifen das Gelände. Der 19-jährige betritt das Zelt in welchem die 13-jährige und ihr Stiefbruder schlafen und schlägt dort mit verschiedenen Gegenständen auf die beiden Schlafenden ein.
Die 13-jährige erleidet Kopfverletzungen und wird in das Krankenhaus Schwalmstadt eingeliefert, von wo aus sie aufgrund ihrer festgestellten schweren Verletzungen in eine andere Klinik verlegt wird. Ihr 23-jähriger Stiefbruder erleidet leichte Verletzungen, die vor Ort behandelt werden können.
Nach den Schlägen flüchtet der 19-jährige aus dem Zelt wieder über den Zaun zu dem wartenden Pkw. Der 21-jährige, der zuvor ebenfalls über den Zaun kletterte, flüchtet durch den Haupteingang, wobei er von Campmitgliedern verfolgt wird. In der Zwischenzeit werden aus der Gruppe heraus an drei Fahrzeugen die Heckscheiben eingeschlagen und ein großes Transparent der Campveranstalter, welches am Zaun angebracht ist, gestohlen. Die Täter flüchten mit dem Pkw des 19-Jährigen, wobei Campmitglieder das Kennzeichen ablesen können.
Vier dringend Tatverdächtige werden noch am gleichen Tag festgenommen, dabei sind eben jene rechten "Aktivisten", die am Vortag bereits als Störer bei der Demo gegen Rechts in Schwalmstadt-Treysa auffielen.
19.07.08
 
Anhänger der "Freien Kräfte Schwalm-Eder" versammeln sich am Rande der Demonstration gegen Rechts in Schwalmstadt-Treysa, an der über 200 junge Menschen teilnehmen. Die Faschisten provozieren einen Zugriff durch die Polizei, wobei ein bekannter Kopf der rechten Gruppierung [Name bekannt] vorläufig festgenommen wird.
Juli 2008
 
Einwohner der Stadt Gudensberg fühlen sich von einer Gruppe Jugendlicher gestört, die in den letzten Wochen mehrfach am späten Abend und in der Nacht die Parole "Heil Hit***!" gerufen haben sollen.
08.06.08
 
Am frühen Morgen rollen vier PKW aus Schwalmstadt durch den Frielendorfer Ortsteil Todenhausen. Eine Gruppe von schwarz gekleideten und maskierten Jugendlichen, so Augenzeugen, verteilt sich mit großen Steinen in den Büschen am Jugendclub, der um diese Zeit bereits geschlossen ist. Einige Todenhäuser Jugendliche bemerken das Geschehen auf dem Heimweg von einer Fete und gehen zum Jugendclub. Als sie dort eintreffen, kommen die Angreifer aus allen Richtungen und beginnen eine heftige Schlägerei. Zwei Jugendliche müssen im Krankenhaus behandelt werden. Bei den Tätern soll es sich um bekannte Anhänger der rechtsextremen Gruppierung "Freie Kräfte Schwalm-Eder" handeln.
06.06.08
 
Neonazis aus dem Umfeld der “Freien Kräfte Schwalm-Eder” attackieren bei einer Abi-Fete auf dem Haaßehügel in Schwalmstadt-Treysa eine junge Frau, die dabei stürzt und verletzt wird. Einen Tag später wird ein junger Mann von einer Gruppe Rechtsextremer angegriffen, wiederum im südlichen Schwalm-Eder-Kreis.
19.05.08
 
Zwei bekannte Kasseler Neonazis fotografieren am Abend die TeilnehmerInnen der Gedenkveranstaltung anlässlich des 75. Jahrestages der Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten in Kassel.
17.05.08
 
Die NPD betreibt einen Infostand auf einem Parkplatz in Melsungen. David Giesler, Kandidat für die NPD im Wahlkreis 7 Schwalm-Eder I bei den Landtagswahlen 2008, verteilt mit einem weiteren Aktivisten neben Mitgliedsanträgen und Flugblättern beispielsweise auch die "Schulhof-CD".
06.05.08
 
Das Bundesinnenministerium verbietet zwei rechtsextreme Vereine, darunter auch das "Collegium Humanum" aus dem ostwestfälischen Vlotho. In diesem Zusammenhang finden auch in Nordhessen Hausdurchsuchungen statt. Nach Angaben der örtlichen Tageszeitung findet eine Durchsuchung auch beim Verein "Bauernhilfe" in Söhrewald (Landkreis Kassel, Teilorganisation des "Collegium Humanum") statt. Bei dieser und einer weiteren Durchsuchungsaktion im Schwalm-Eder-Kreis werden Computer, Kontounterlagen, DVDs und Schriftverkehr sichergestellt.
26.04.08
 
Die NPD führt einen Infostand in der Innenstadt von Bad Wildungen durch. Begleitet wird die rechtsextreme Partei dabei von einer Gruppe junger Rechter, die in Schwarz und überwiegend vermummt auftreten.
21.04.08
 
Die sogenannte "Montagskundgebung Kassel - basisdemokratisch" um den Spangenberger Peter Pawlak tritt nach wie vor mit einem Infostand in der Kasseler Innenstadt auf. Die geschichtsrevisioistischen Reden der "Reichsbürger" schallen wie an jedem Montag durch die Fußgängerzone in der Oberen Königsstraße. Am Mikrofon spricht auch der Kasseler Uni-Absolvent Frank Schmiedel.
Im Bereich des Infostandes verteilt heute außerdem ein Anhänger der "Bürgeraktion für unsere Zukunft (BAUZ) in Kassel" ein Blatt mit dem Titel "BAUZ-Report Nr. 4/2008". In dem Papier heißt es u.a. (Zitat): "Sodann ist Zug um Zug das deutsche Staatsgebiet nach Völkerrecht wiederherzustellen, das heißt, das Deutsche Reich (mit kleinen Anpassungen) in den Grenzen von 1914 und 1939." Auch die Kreisverbände der NPD und der Republikaner werben auf dem Blatt.
Rund 30 AntifaschistInnen demonstrieren heute lautstark aber friedlich gegen die braunen Umtriebe in der Fußgängerzone.
20.04.08
 
Unbekannte Täter zerstechen am Nachmittag den rechten Vorderreifen eines Kleinbusses in der Dresdner Straße, Bereich Parkplatz "Leistersche Wiese". Das Fahrzeug, das auf beiden Seiten mit Aufschriften "Die Linke" versehen ist, wurde dort von der Halterin abgestellt. Dabei handelt es sich um die Kasseler Landtagsabgeordnete Marjana Schott von der Partei "Die Linke".
April 2008
 
Der Organisator des Kasseler Festivals "Aufmucken gegen Rechts" wird von Neonazis terrorisiert. Innerhalb der letzten zwei Wochen sind seine Haustür und sein Briefkasten sechs Mal beschädigt worden. Am Mittwochmorgen fand er seinen Namen zusammen mit einem Galgen-Männchen und zwei großen Hakenkreuzen auf seiner Tür.
06.04.08
 
Vermutlich am Wochenende schmieren Unbekannte in der Kasseler Aue rechtsextreme Parolen und entsprechende Symbole auf die Rohre entlang der Kleinen Fulda. Die Polizei beziffert den Schaden auf insgesamt 2.500 Euro. Auch am Ehrenmal unterhalb der Schönen Aussicht sowie in der Fußgängerunterführung am Altmarkt tauchen Schmierereien auf.
01.04.08
 
Mindestens sieben Neonazis versammeln sich anlässlich einer Versammlung der Volksbank Mittelhessen in Stadtallendorf, um unter dem Deckmantel des Antikapitalismus ihre Propaganda zu verbreiten. Identifiziert wird dabei Manuel M., Kopf des sogenannten "Aktionsbüro Mittelhessen (ABM)". AntifaschistInnen protestieren gegen den Auftritt der Rechtsextremen.
01.03.08
 
Die NPD hält eine Versammlung in Kassel ab. Angemeldet wurde die geschlossene Veranstaltung in der Gaststätte "Zum Anker" im Kasseler Stadtteil Bettenhausen für bis zu 80 Teilnehmer. Nach Bekanntwerden der Versammlung finden sich rund 60 AntifaschistInnen zu einer Spontandemonstration vor dem Gasthaus ein. Der Protest bleibt ausgesprochen friedlich. Ein übertriebenes Aufgebot von geschätzten 120 Polizisten formiert sich bereits vor Eintreffen des antifaschistischen Protests vor der Gaststätte.
10.01.08
 
Auf einem Parkplatz an der Wolfhager Straße im Kasseler Stadtteil Rothenditmold brennt am Donnerstagabend ein PKW. Es entsteht ein Schaden in Höhe von etwa 4.000 Euro. Die Kasseler Kriminalpolizei geht nach ersten Ermittlungen von Brandstiftung aus. Der Halter erklärt, er vermute eine Brandstiftung und gehe von einem politischen Hintergrund aus, da er sich öffentlich gegen Rechtsextremismus einsetze.
Quelle: HNA online vom 11.01.2008 & Pressemitteilung der Polizei
07.01.08
08.01.08
09.01.08
 
Der Landesvorsitzende der NPD in Hessen, Marcel Wöll, ist mit weiteren Anhängern der Scheindemokraten im Rahmen einer Wahlkampftour in Nordhessen unterwegs. Der Kleinbus der Rechtsextremen macht dabei täglich Station in mehreren Städten eines Landkreises. Mit einem Infostand und mit einer Lautsprecheranlage verstärkt wollen die zweifelhaften Politiker so zur Landtagswahl auf sich aufmerksam machen. In vielen Gemeinden, so auch am Montag in Kassel, wird der Auftritt der NPD von lauten Protesten begleitet.
29.12.07
 
Die NPD hat nach eigenen Angaben am Samstag erneut einen Infostand in Bad Wildungen durchgeführt. Am 18.08.2007 war die nordhessische NPD mit einem Infostand in Bad Wildungen erstmals im Rahmen des Landtagswahlkampfes in Erscheinung getreten. Am 13.10.2007 hatten die Anhänger der NPD angesichts zahlreicher Gegendemonstraten auf den Aufbau ihres angemedeten Infostandes in Bad Wildungen verzichtet.
15.12.07
 
Nach eigenen Angaben hat die nordhessische NPD am Samstag einen Infostand in Frielendorf betrieben.
09.11.07
 
Etwa 40 Anhänger kann die NPD für ihren angemeldeten Fackelmarsch von Philippsthal ins thüringische Vacha mobilisieren. Rund 1000 Menschen demonstrieren nach Polizeiangaben am Freitagabend in Philippsthal friedlich gegen den NPD-Aufmarsch.
03.11.07
 
Nach eigenen Angaben hat die NPD am Samstag erneut einen Infostand in Fritzlar durchgeführt. Ein Infostand der Fritzlarer Jusos sorgte für Gegenwind. Im September war der NPD-Stand schon einmal nahe den Marktständen in Fritzlar aufgetreten. Hier hatte es weder Widerstand von Seiten der Stadt, noch Proteste von BürgernInnen in der Kleinstadt gegeben.
03.11.07
 
Die Republikaner betreiben einen Infostand auf dem Kasseler Königsplatz.
24.10.07
 
Aus Mangel an Beweisen werden fünf Neonazis, die sich wegen einer Schlägerei vor der Kasseler Kneipe "Stocki" im März 2007 verantworten mussten, am Mittwoch vor dem Kasseler Amtsgericht freigesprochen.
Beobachter waren vom Auftritt einiger Sympathisanten im Publikum schockiert. Mit kahl geschorenen Schädeln, Bomberjacken und militärischer Kleidung wirkte ihr Auftritt provozierend und einschüchternd.
Ein 25-jähriger Kfz-Mechaniker wurde an einem Morgen im März vor der als Nazi-Kneipe bekannten Gaststätte "Stadt Stockholm" brutal zusammengeschlagen und -getreten. Zwei Eritreer hatten in der Kneipe getrunken und sahen sich bald mit rassistischen Beleidigungen konfrontiert. Sie wurden aufgefordert, sich vor die Kneipe zu begeben. Dort wartete die Gruppe kahlköpfiger Männer. Die beiden Eritreer riefen die Polizei. Das Opfer hat sich dann möglicherweise für die beiden bedrohten Gäste eingesetzt und darauf so schwere Schläge erfahren, dass er sich nicht genau erinnern kann.
Trotz des Freispruches steht dem Hauptangeklagten noch eine lange Zeit im Gefängnis bevor. Der 22-jährige selbst ernannte Neonazi, dessen Vorstrafenregister üppig gefüllt ist, wurde erst vor wenigen Wochen wegen einer Schlägerei zu 15 Monaten Haft verurteilt worden.
20.10.07
 
Nach eigenen Angaben hat die NPD am Samstag einen Infostand in Melsungen durchgeführt. Bereits für den 29. September hatten die Rechtsextremen einen Infostand in Melsungen angemeldet, hatten ihren Auftritt aber kurzfristig abgesagt. Damit waren sie einer Protestveranstaltung ausgewichen, die sich am 29. September auf dem Marktplatz in Melsungen versammelte.
13.10.07
 
Die NPD in Nordhessen hat erneut einen Infostand in Bad Wildungen geplant. Als die Faschisten am Morgen erscheinen, sind um den zugewiesenen Platz für den NPD-Tisch herum bereits ein halbes Dutzend Infostände von Gegnern aufgebaut - alle ordentlich angemeldet. Ein starkes Engagement zeigen hier wieder die SPD, der BUND, Künstler und Kulturvereine. Die Aktivisten der NPD geben angesichts der Situation bekannt, sie würden ihren Stand nicht aufbauen und statt dessen ihre Flugblätter in Form einer "Briefkasten-Aktion" verteilen. Einen geplanten Infostand am 29.09.2007 in Melsungen hatte die NPD im Voraus abgesagt. Auch in Melsungen gab es Proteste.
09.10.07
 
Die örtliche Tageszeitung, die Hessisch-Niedersäsische Allgemeine HNA, druckt erneut einen Leserbrief der Rechtsextremistin Ingeborg Godenau. Die Aktivistin, die schon für verschiedene rechtsextreme Parteien und Bündnisse aktiv war, nutzt das Thema Armut für ihre braune Propaganda. Die HNA druckte Leserbriefe von Frau Godenau bereits vorher und lässt diese auch unkommentiert. Dass die Lehrerin wegen ihres Engagements für die extreme Rechte bereits aus dem aktiven Schuldienst flog, scheint für die Redakteure der HNA kein Problem zu sein.
22.09.07
 
Die NPD in Nordhessen tritt mit einem Infostand in Frankenberg auf. Betrieben wird der Stand u.a. von dem Ehepaar Godenau aus Gilserberg-Sebbeterode und dem jungen David Giesler aus dem Felsberger Ortsteil Neuenbrunslar. Giesler ist Direktkandidat der NPD für den Wahlkreis Schwalm-Eder I bei den Landtagswahlen im Januar.
16.09.07
 
An Vorder- und Hintertür und in der Nachbarschaft des Betreibers unserer Seiten werden rechtsextremistische Flugblätter ausgelegt. Die Hetzschriften zeigen auch Fotos des Betroffenen, die Kasseler Neonazis im Mai bei einer antifaschistischen Demonstration aufgenommen hatten. Der Text enthält ausschließlich konstruierte Zusammenhänge zu vermeintlichen linksextremistischen Verbindungen in Kassel und ist in Teilen eine ins Gegenteil verkehrte Kopie der jüngsten antifaschistischen Veröffentlichungen.
Das Flugblatt tauchte in der Nacht noch an anderen Stellen in Kassel auf.
13.09.07
 
Unbekannte schmieren in Paderborn rechtsextremistische Parolen an die Außenwand einer Synagoge. Die Polizei leitet ein Strafverfahren ein.
Sept. 2007
 
Die NPD tritt mit Infoständen in Fritzlar und Schwalmstadt-Treysa (Schwalm-Eder-Kreis) auf. Nennenswerte Proteste gibt es nicht. Im August stand die NPD mit einem Infostand in Bad Wildungen. Hier hatte die Stadt, in Person des Bürgermeisters, zu einer Gegenkundgebung aufgerufen.
Infostände müssen bei den Ordnungsämtern angemeldet werden. In Fritzlar spielte die Stadt das alte Spiel: nichts sehen, nichts hören, nichts sagen.
Bis Januar 2008 (Landtagswahl) ist in Hessen vermehrt mit Infotischen der NPD zu rechnen.
Aug. 2007
 
Nach dem Anschlag auf die Geschäftsräume der LINKEN in Kassel werden der Partei Drohungen per e-mail zugestellt. Hört auf mit dem politischen Engagement, wenn Euch Eure Familie wichtiger ist, so sinngemäß der Inhalt der e-mails. Die Polizei kann über die IP-Adresse den Absender ermitteln, der hatte sich nicht einmal Mühe mit der Verschleierung gegeben. Festgenommen wird Maksim Blumhardt, Betreiber der Internet-Medien des sogenannten "Freien Widerstands Kassel". Blumhardt gibt in der Vernehmung zu, Schreiber der e-mails zu sein.
21.08.07
 
In der Nacht wird der dritte Anschlag auf das Büro der Partei DIE LINKE in Kassel verübt. Im Januar war bereits die Glasfront des Büros in der Erzbergerstraße eingeworfen worden. Nach dem Umzug der Partei in die nahe Schillerstraße wurden dort am 16. Juli mehrere Teile des Schaufensters zerstört. Die übrigen Scheiben wurden in der vergangenen Nacht eingeworfen. Die Partei vermutet hinter den Anschlägen Aktivitäten organisierter Rechtextremisten.
Es wurde Strafantrag gestellt.
18.08.07
 
Anhänger der NPD treten mit einem Infostand auf dem Postplatz in Bad Wildungen auf. Das Kasseler Verwaltungsgericht hatte am Freitag einem Eilantrag stattgegeben und damit gegen die Stadtverwaltung entschieden. Die Stadt Bad Wildungen hatte die Erlaubnis für den Stand verweigert, weil die NPD als verfassungsfeindlich und rechtsextrem einzustufen sei. Etwa hundert Gegendemostranten folgen einem Aufruf verschiedener Parteien und protestieren lautstark gegen die Neofaschisten. Bürgermeister Volker Zimmermann war ebenfalls unter den Demonstranten und zeigte null Toleranz für eine Partei mit "perversen Parolen", die Gerichte eines Staates in Anspruch nehme, deren Verfassung sie ablehne.
16.07.07
 
Zwei Schaufensterscheiben des neuen nordhessischen Büros der Partei DIE LINKE. in Kassel wurden in der Nacht mutwillig zerstört. Der Sachschaden beträgt rund 4.000 Euro. Insgesamt wurden vier Pflastersteine durch die Scheiben geworfen. Auch ein Teil der Einrichtung nahm dabei Schaden. Strafantrag ist gestellt. Die Versicherung übernimmt den Schaden. Im Januar flog schon einmal ein Pflasterstein durch das Schaufenster des alten Büros. So fällt es schwer zu glauben, dass für die Tat kein politisches Motiv in Betracht kommt. In diesem Zusammenhang rücken die verstärkten rechtsradikalen Aktivitäten der letzten Monate in Nordhessen in den Blick. Bilder im Archiv
01.07.07
 
In der Nacht von Samstag auf Sonntag wird in der Fritzlarer Gaststätte "Goldrausch" eine junge Frau von Rechtsextremisten beleidigt, bedroht und tätlich angegriffen. Die junge Frau feiert mit ihrem Freund und Begleitern einen Geburtstag in der Kneipe. Eine Gruppe Rechtsextremisten, teilweise mit szenetypischer "Thor Steinar"-Kleidung bekleidet, beleidigt und bedrängt die Geburtstagsfeier ohne dass es vorher zu einem Streit gekommen war. Das bunte Erscheinungsbild der Geburtstagsgäste ist wohl einziges Motiv für den Übergriff. Mehrfach rufen die Neonazis das verbotene: "Heil H*****!" Die junge Frau ruft die Polizei. Zwei Fritzlarer Beamte erscheinen, eine Anzeige wollen sie jedoch nicht aufnehmen! Weder eine Anzeige wegen Beleidigung oder Bedrohung, noch eine Anzeige wegen der Äußerung verfassungsfeindlicher Inhalte. "Das interessiere sie nicht..." sollen die Polizeibeamten geäußert haben.
antimanifest befragte den Eigentümer der Gaststätte am Abend. Er war in der Nacht selbst anwesend und bestätigte die Auseinandersetzung und den Polizeieinsatz. Rechtsextremistische Äußerungen will der Kneipenbetreiber aber nicht wahrgenommen haben. Auf die Frage, ob man in seiner Gaststätte "Heil H*****!" rufen könne, bzw. ob er dafür ein Hausverbot aussprechen würde, antwortete er sinngemäß: "Wissen Sie, es gibt immer mehr Leute, die `Heil H*****!´ rufen. Wenn ich da jedesmal ein Hausverbot aussprechen würde..."
Ergänzung 08.08.2007:
Das zuständige Kommissariat der Kriminalpolizei in Homberg/Efze hat den Einsatzbericht in Fritzlar angefordert und führt nun Ermittlungen und Zeugenbefragungen durch. Der Einsatzbericht soll nach unseren Informationen tatsächlich keinen Hinweis auf ein politisches Motiv und die strafrechtlich relevanten Äußerungen enthalten. Weil die eingesetzten Beamten auch die Aufnahme einer entsprechenden Anzeige abgelehnt hatten, behalten sich die Betroffenen eine Dienstaufsichtsbeschwerde vor. Die Polizei geht ihrer Arbeit nun also doch noch nach, was wir nicht verleugnen wollen. Die Veröffentlichung des Übergriffs u.a. durch antimanifest und eine aktionistische Reaktion von [´solid] Schwalm-Eder hatten in der Sache für Aufmerksamkeit gesorgt.
21.06.07
 
Die sogenannte "Interim Partei Deutschland - Das Reicht!" gibt die Gründung eines Landesverbandes Hessen bekannt. Auf der Internetseite der Reichsbeschwörer findet man auch Fotos von einer zuvor abgehaltenen Versammlung des hessischen Landesverbandes am 12.06.2007. Über 30 Beteiligte sind zu sehen. Der Partei stehen in der Bad Hersfelder Innenstadt auch Räumlichkeiten zur Verfügung.
03.06.07
 
Das Amtsgericht Frankenberg verurteilt einen 20-jährigen Facharbeiter zu einer Geldstrafe von 35 Tagessätzen. Während einer Abi-Fete am 23. Dezember 2006 zeigte der Angeklagte zwei Mal öffentlich den verbotenen Hitlergruß als ein Lied der Gruppe "Böhse Onkelz" läuft.
27.05.07
 
Ein 40-jähriger Mann aus Kassel wird in Willingen an der Talstation des Ettelsbergliftes brutal zusammengeschlagen. Das Opfer ist mit einer Gruppe zu Gast in einer Hütte auf dem Ettelsberg. Dort kommt es bereits zu verbalen Auseinandersetzung mit dem Ttäter weil dieser mit seinem Foto-handy Frauen unter den Rock fotografiert. Der 40-Jährige aus Kassel fordert ihn auf, das zu lassen. Gegen 17 Uhr fährt die Gruppe des Kasselers mit dem Lift vom Berg hinab, das Opfer geht an der Talstation auf die Toilette. Als er nach einiger Zeit nicht wiederkommt, sehen seine Freunde nach und finden ihn blutüberströmt. Der Kasseler erleidet mehrere Kochenbrüche im Gesicht, ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und Prellungen. Er wird in einer neurologischen Spezialklinik behandelt. Die Polizei in Korbach geht davon aus, dass der Täter, der eine Glatze und eine markante Tätowierung hat, der rechten Szene angehört.
12.05.07
 
Ein Rabbi der jüdischen Gemeinde Kassel wird am Abend des 12.05.2007 von Jugendlichen beleidigt. Der Rabbi spaziert mit seiner Familie und Freunden auf durch die Karlsaue. In der Nähe des Rondells fragen angetrunkene Jugendliche die Kinder des Rabbis, ob sie auch Schnaps trinken wollten. Als der Rabbi ,erkennbar durch das Tragen einer Kippa, die Jugendlichen bat, dies zu unterlassen, wird er von diesen massiv mit antisemitischen und rassistischen Äußerungen beleidigt. Anschließend verschwinden die Jugendlichen.
20.04.07
 
Sechs Jugendliche feiern in Bad Wildungen (Kreis Waldeck-Frankenberg) unter freiem Himmel eine "Führer-Geburtstagsparty".
Die Stadt Bad Wildungen macht den Vorfall erst öffentlich, als die NPD mit einem Infostand in der Bad Wildunger Innenstadt am 18. August 2007 die Aufmerksamkeit auf lokale Aktivitäten lenkt. Man habe versucht, das Problem in den Griff zu bekommen, ohne die Öffentlichkeit zu informieren, sagte Bürgermeister Volker Zimmermann (FDP).
Quelle: HNA online vom 24.08.2007
18.04.07
 
Die HNA druckt einen Leserbrief der Rechtsextremistin Ingeborg Godenau aus Sebbeterode. In ihrer Schmähschrift nimmt Godenau Stellung zur aktuellen Diskussion um die Schaffung von Krippenplätzen und stellt sich hinter die umstrittenen Äußerungen von Bischof Mixa. Mixa, Bischof von Augsburg und deutscher katholischer Militärbischof hatte im Februar geäußert, wer mit staatlicher Förderung Mütter dazu verleite, ihre Kinder bereits kurz nach der Geburt in staatliche Obhut zu geben, degradiere die Frau zur „Gebärmaschine“. Die Rechtsextremistin aus dem Schwalm-Eder-Kreis verbreitet über die örtliche Tageszeitung nun ihr Frauenbild. Sie sei sechsfache Mutter und stolz auf ihre Mutter-Rolle. Godenau lehnt es ab, dass Frauen heute selbstverständlich alle Berufe ausüben.
25.03.07
 
Als Betreiber dieser Internetseite wird antimanifest weiter von nordhessischen Neofaschisten bedroht. An der Haustür des Betreibers hinterlassen Unbekannte Aufkleber mit dem Spruch: "antifa ihr könnt mich mal". Das Abziehbild zeigt außerdem eine Faust mit ausgestrecktem Mittelfinger. Der Eigentümer des Hauses wird Anzeige erstatten.
17.03.07
 
Die Polizei verhindert in der Nacht auf Sonntag ein als Geburtstagsfeier getarntes Treffen von Rechtsradikalen im Kasseler Stadtteil Wesertor. Ein 30-jähriger, der nach Polizeiangaben der rechten Szene zuzuordnen ist und bereits einschlägig in Erscheinung getreten ist, mietet dazu die Räume eines Motorradclubs an. Neben etwa 40 Extremisten aus Hessen und angrenzenden Bundesländern sind auch zwei Rechtsrock-Bands angereist, deren Lieder teilweise indiziert sind.
18.02.07
 
Nachdem ein Seminar zum Thema Rechtsextremismus des Kreisschülerrats des Schwalm-Eder-Kreises am 12.02.07 in der HNA angekündigt wurde, werden aktive Schülerinnen und Schüler von Rechtsextremen bedroht. Auch eine gänzlich unbeteiligte Schülerin wird dem Kreisschülerrat zugeordnet und zum Opfer der Aggressionen. Unbekannte senden dem Mädchen eine sms als diese ihr Elternhaus verlässt und geben ihr zu verstehen, dass sie beobachtet wird. Die Betroffenen wenden sich an die Polizei.
Beeindrucken können auch 4 junge "Nationaldemokraten" nicht, die sich als TeilnehmerInnen in das Seminar einschleichen. Die drei Jungen und ein Mädchen haben offensichtlich den Auftrag zur Einflussnahme und äußern rechte Parolen. Die angefachte Diskussion zeigt, dass hohle Sprüche und Rassismus die einzigen Mittel der jungen Rechtsextremen sind. Die Störer verlassen das Seminar schnell wieder.
06.02.07
 
Acht Neonazis finden sich anlässlich einer DGB-Veranstaltung zum Thema Rechtsextremismus am Kasseler Philipp-Scheidemann-Haus ein. Ihre Anwesenheit soll Aufmerksamkeit erzeugen und die Besucher der Veranstaltung einschüchtern. Unter den Störern sind der stellvertretende Landesvorsitzende der Jungen Nationaldemokraten JN, Mike Sawallich, sowie Roy Godenau, bekannter Neonazi aus dem Schwalm-Eder-Kreis. Der international aktive Roy Godenau, ein gebürtiger US-Amerikaner, kam 1969 in die Bundesrepublik und nennt sich seit der 1977 erfolgten Heirat mit Ingeborg Godenau (Bürgerbündnis Pro Schwalm-Eder) mal Armstrong, mal Godenau.
10.01.07
 
Unbekannte werfen in der Nacht vom 09.01. auf den 10.01. einen Stein in die Glasfront des Büros der Linkspartei in Kassel. Das Schaufenster geht dabei zu Bruch. Ein Fall für die Versicherung, weiterer Schaden entsteht nicht. Vor dem Hintergrund der deutlichen und ansteigenden Fälle rechtsextremer Gewalt in der Region kann von einem politisch motivierten Anschlag ausgegangen werden. Die Polizei besichtigt den Tatort und nimmt die Anzeige der Partei auf, die sich das Büro mit der Kasseler Erwerbsloseninitiative KEI teilt.
05.01.07
 
Aktivisten der Jugendorganisation der rechtsextremen NPD werfen Flugblätter vom Parkhaus über einem Kasseler Kaufhaus. Die Blätter segeln auf den zentralen Opernplatz, wo AntifaschistInnen mit einem Infostand über die aktuelle Entwicklung der regionalen Neonazi-Szene informieren und Unterschriften für ein Verbot der sogenannten "Freien Kameradschaft Kassel" sammeln. Inhalt des Flugblattes ist u.a. der Aufruf zur Teilnahme an einer längst vergangenen Veranstaltung. Kurz darauf nehmen der stellvertretende Landesvorsitzende der Jungen Nationaldemokraten in Hessen Mike Sawallich und Manuel v. B. im gegenüberliegenden Café platz und beobachten den Infostand beim Genuss alkoholischer Getränke.
01.01.07
 
Das Ehepaar Pawlak versendet wiederholt rechtsextremistische Propaganda per e-mail. "An alle aufrichtigen Deutschen" richten sich Aufrufe, sich gegen die "Verfälschung der deutschen Geschichte" zu wenden. Im Anhang findet sich u.a. ein Plan: "Vorbereitung zur Übernahme einer Stadtverwaltung".
Peter Pawlak ist als Montagsdemonstrant bekannt, wurde Mitglied der zunächst als Verein gegründeten Wahlalternative für Arbeit und Soziale Gerechtigkeit WASG und errang bei den Kommunalwahlen im Frühjahr 2006 über die Liste der Linkspartei einen Sitz im Kreistag des Schwalm-Eder-Kreises. Pawlak gab seine parlamentarische Mitbestimmung jedoch auf.
01.01.07
 
Ein Pulk von etwa 30 Fackelträgern, dunkel gekleidet und mit Springerstiefeln ausgestattet, marschiert in der Silvesternacht kurz nach Mitternacht durch den Bad Emstaler Ortsteil Riede. Die Gemeinde hat das Dorfgemeinschaftshaus in Riede für den Silvesterabend an die Mutter eines 19-jährigen aus Riede vermietet. Im Dorfgemeinschaftshaus formiert sich der Fackelzug und eine Zeugin hört, wie das verbotene Horst-Wessel-Lied abgespielt und mitgegrölt wird. Bad Emstals Bürgermeister Ralf Pfeiffer ist entsetzt. Die Polizei ermittelt u.a. wegen des Verdachts einer Straftat nach § 86a StGB. Der 19-jährige Tatverdächtige sei bislang noch nicht polizeilich in Erscheinung getreten. Hinweise, er könne einer möglichen rechtsextremen Szene angehören, sehen die Behörden nicht. Die Vernehmung seiner Bekannten soll ebenfalls keine Hinweise ergeben haben, weil diese angäben, keine Rechtsextremisten eingeladen oder gekannt zu haben.
30.12.06
 
Am 29.12. findet im Kirchberger Jugendclub eine Geburtstagsfeier mit über 40 jungen Leuten statt. Gegen 22 Uhr mischen sich 5 Personen im Alter zwischen 16 und 20 Jahren unter die Partygäste. Sie fallen durch besonders kurz geschorene Haare und schwere Stiefel negativ auf und stören bald die friedliche Geburtstagsfeier. Ein Mitarbeiter der Wolfhager Jugendpflege hat darauf einige Mühe, die ungebetenen Störer der Räumlichkeiten zu verweisen. Als die Feier etwa um 3.00 Uhr endet, verlässt der Sozialarbeiter mit 4 Bekannten den Jugendclub. Plötzlich stehen etwa zehn Maskierte vor ihnen. Der Mitarbeiter der Jugendpflege wird unmittelbar geschlagen, vermutlich mit Schlagringen und einem Baseballschläger. Auf der Flucht verliert das Opfer seine Bekannten. Vor seiner Wohnung angekommen, warten erneut fünf maskierte Schläger auf ihn und wenden ein Reizgas an.
10.12.06
 
In Kaufungen beendet die Polizei in der Nacht zum Sonntag ein Treffen von Rechtsextremisten. Ein Mitarbeiter der Gemeinde Kaufungen erklärt den Mietvertrag für das Dorfgemeinschaftshaus als beendet. Bei der Auflösung der Veranstaltung leisten Gruppenmitglieder Widerstand, es kommt zu Handgreiflichkeiten. Ein 23-jähriger Kaufunger wirft mit einer Bierflasche nach Beamten und wird festgenommen. Sieben weitere Personen werden in Gewahrsam genommen, als sie nach Verlassen der Räumlichkeiten im Bereich der Leipziger Straße weiter rechtsradikale Parolen grölen. Sie werden am Sonntag nach und nach entlassen. Gegen sie wird wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt.
01.12.06
 
Unbekannte Täter hinterlassen in der Nacht im Bereich der Weserstraße in Kassel insgesamt 22 Hakenkreuze. Die bis zu 100 mal 100 Zentimeter großen Symbole werden mit roter Farbe unter anderem auf die Motorhaube eines Gemeindefahrzeugs, auf Häuserwände und in den Eingangsbereich eines Mehrfamilienhauses gesprüht.
31.11.06
 
In einer Gaststätte in Bad Hersfeld singen zwei junge Männer das verbotene Horst-Wessel-Lied. Besucher der Gaststätte schreiten ein, als die jungen Männer einen Gast türkischer Herkunft beschimpfen. Mehrmals fällt das Wort ´Gaskammer´. Auf die Aufforderung, die Gaststätte sofort zu verlassen reagieren die Rassisten erst, als sich noch weitere Gäste einmischen.
25.11.06
 
Die NPD betreibt mit Unterstützung ihrer Jugendorganisation JN morgens einen Infostand in Alsfeld. Der öffentliche Auftritt der Rechtsextremen wird von lautstarkem Protest begleitet.
Herbst ´06
 
Bei einem Spiel des KSV Hessen Kassel halten 10 rechtsextreme Hooligans während der Aktion "Wir zeigen dem Rassismus die Rote Karte" weiße Karten hoch und skandieren den rassistischen Ruf "White Power". Es wird vermutet, dass die Glatzen aus Halle kommen. Die KSV Fans unterhalten u.a. eine Fanfreundschaft mit den Anhängern von Dynamo Dresden.
18.11.06
 
In Benterode in der Gemeinde Staufenberg (Landkreis Göttingen) halten gegen 17 Uhr mehrere Fahrzeuge in der Wellebachstraße. 20 Personen steigen aus und laufen mit Fackeln, einer Fahne und unter monotonem Trommelklang zum Benteröder Ehrenmal. Schon an den Frisuren und der Kleidung erkennen Anwohner die Zugehörigkeit zur rechten Szene und informieren die Polizei. Die rechnet am Volkstrauertag, der in der rechten Szene "Heldengedenktag" genannt wird, mit Aktionen dieser Art und schickt umgehend 20 Beamte nach Benterode. Die Personalien der Teilnehmer werden aufgenommen, die Autos werden durchsucht. Weil ein Großteil der Rechtsextremisten aus dem Raum Kassel kommt, wird auch die Kasseler Polizei informiert. Sechs Männer und fünf Frauen im Alter zwischen 21 und 35 Jahren werden zur erkennungsdienstlichen Behandlung ins Polizeikommissariat nach Münden gebracht. Anschließend werden die Rechten bis zu ihren Wohnungen begleitet.
Unter den Teilnehmern an der nicht genehmigten Versammlung ist auch Mike Sawallich. Der bekannte Kasseler Neonazi outet sich in einem online-Kommentar zum entsprechenden Artikel "Der Schock sitzt tief" der örtlichen Tageszeitung HNA als Trommler der Gruppe. Auch die Rechtsextremistin Ingeborg Godenau äußert sich dort offen zum Vorgehen der Polizei. Die Zeitung stellt die Möglichkeit zum Kommentar darauf ab.
18.11.06
 
Unbekannte sprühen Hakenkreuze und SS-Runen an die Wände der Unterführung im Kreuzungsbereich Heienbach/Bundesstraße 83 in Rotenburg (Landkreis Hersfeld-Rotenburg). Auch alle Bäume, ein Geländer und Verkehrsschilder an der Allee zum Campingplatz werden mit den Symbolen beschmiert. Die Polizei leitet ein Ermittlungsverfahren wegen des Verbreitens von Propagandamitteln und Verwendens von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen ein und setzt eine Belohnung in Höhe von 500,- Euro für sachdienliche Hinweise aus.
11.11.06
 
Die Gemeinde Frielendorf und die Polizeidirektion Schwalm-Eder verhindern ein Konzert der rechten Szene in Großropperhausen. Zu der Veranstaltung mit sechs nicht genannten Bands sollen mehrere hundert Besucher kommen. Ein 23-jähriger aus dem Schwalm-Eder-Kreis hat die örtliche Reithalle unter dem Vorwand gemietet, eine private Feier abhalten zu wollen.
Herbst ´06
 
In Nordhessen werden Flugblätter der Bürgeraktion für unsere Zukunft verteilt. Verantwortlich zeichnet Ingeborg Godenau. Godenau errang bei den Kommunalwahlen im Frühjahr 2005 einen Sitz im Kreistag des Schwalm-Eder-Kreises für das rechtsextreme Bürgerbündnis Pro Schwalm-Eder. Das Flugblatt ruft dazu auf, an einer Unterschriftenaktion teilzunehmen. Als Unterzeichner soll man sich für die "Rückführung aller Ausländer" aussprechen. Überschrieben ist der rassistische Aufruf mit den Worten: "Aufruf an alle Deutschen". Nicht nur im Schwalm-Eder-Kreis, auch in anderen nordhessischen Provinzen taucht das Blatt auf.
07.11.06
 
Der Gedenkveranstaltung anlässlich des Jahrestages der Progrom-Nacht in Kassel am 7. November nähern sich zwei bekannte Aktivisten der rechten Szene in Nordhessen. Ihr Auftritt und Äußerungen gegenüber Teilnehmern der Gedenkveranstaltung dienen der Provokation und der Einschüchterung. Einer der beiden Störer ist Mike Sawallich, bekannter Kasseler Neonazi und zentrale Figur in der Szene junger Rechtsextremer in Nordhessen. Am 2. September 2006 wurde Sawallich in Gießen zum stellvertretenden Landesvorsitzenden des Landesverbandes der Jungen Nationaldemokraten JN in Hessen gewählt.
23.09.06
 
Am Abend wird auf einem Grillplatz in Hofgeismar ein als Geburtstagsfeier getarntes Treffen der rechten Szene durch die Polizei aufgelöst. Um die Miete der Grillhütte mit sofortiger Wirkung zu kündigen, begibt sich der Bürgermeister der Stadt Hofgeismar Henner Sattler persönlich zum Veranstaltungsort. Gleich fünf Bands stehen auf dem Programm der Neonazis: "Agitator", "SKD", "Celtic Dawn", "Ehre und Stolz" und "Treue, Schwur und Julmond". Das Eingreifen der Polizei ist Hinweisen zu verdanken, die tagsüber im Polizeipräsidium Nordhessen eingehen.
13.05.06
 
Erneut demonstriert die NPD mit Unterstützung der sogenannten freien Kameradschaften in Göttingen. Nachdem die Stadt Göttingen und das zuständige Verwaltungsgericht zwei angemeldete Demonstrationsrouten zunächst verboten hatten, erklärte das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg ein vollständiges Verbot für "unverhältnismässig" und genehmigte eine zweistündige Kundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz. Rund 150 Neonazis nahmen an der Kundgebung teil. Insgesamt 6.600 Polizisten waren im Einsatz, um das Demonstrationsrecht der Rechtsextremen durchzusetzen. Geschätzte 8.000 Demonstranten aus diversen Lagern demonstrierten friedlich gegen den Nazi-Aufmarsch.
20.04.06
 
Im Briefkasten eines hauptamtlichen Mitarbeiters der Linkspartei in Kassel landet am 20. April die Ausgabe einer gewerkschaftlich orientierten Zeitung, die mit Nazi-Propaganda beschmiert ist. Die Zeitung wurde nicht mit der Post zugestellt. Die feige Geste ist wohl als Einschüchterungsversuch zu verstehen.
03.03.06
 
Bei einer Wahlkampfveranstaltung der Linkspartei in Schwalmstadt am 3. März 2006 mit Katja Kipping (Stellvertretende Parteivorsitzende der Linkspartei.PDS und Mitglied des Bundestages) stürmen 4 maskierte Störer den Raum. Ihr sanghaftes Gebrüll ist etwa so zu verstehen: "Hängt alle Roten". Die Vermummten verschwinden sofort wieder. Einige Wahlplakate der Linkspartei im Raum Schwalmstadt werden mit ähnlichen Parolen beklebt. Der Gebietsverband der Linkspartei in Nordhessen sieht von einer Anzeige ab.
04.02.06
 
Am Wochenende haben Nazis die Büdinger Marien-Kirche mit Nazi-Parolen zum Teil antisemitischen Inhalts besprüht. Wie die Frankfurter Neue Presse in ihrer Ausgabe vom 6. Februar 2006 berichtet, wurden Hakenkreuze, SS-Runen und Parolen wie "Scheiß-Juden", "Wir kommen wieder" und ähnliches in roter und silberner Farbe an verschiedenen Stellen der fast 700 Jahre alten Kirche angebracht. Der Pfarrer der Kirche vermutet einen Zusammenhang mit einer Veranstaltung der Kirchengemeinde zum 100. Geburtstag des Theologen der Bekennenden Kirche, Dietrich Bonhoeffer. Bonhoeffer hatte sich Anfang der 40er Jahre der Widerstandsbewegung gegen den Nationalsozialismus angeschlossen, wurde im April 1943 verhaftet und im KZ Flossenbürg kurz vor dem Eintreffen der Amerikaner zusammen mit seinem Schwager Hans von Dohnanyi von der SS gehängt.
09.01.06
 
Nach dem Besuch eines Konzerts in der Ziegenhainer Kulturhalle wird ein 54-jähriger Ziegenhainer in der Nacht von fünf jungen Männern brutal zusammengeschlagen. Die Polizei ermittelt unter anderem wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen. Bei den Gewalttätern handelt es sich ganz offensichtlich um Neonazis.
11.11.05
 
Bei einer Grillfeier im Felsberger Ortsteil Heßlar, an der etwa 50 Personen der rechten Szene teilnehmen, stellt die Polizei umfangreiches Propagandamaterial sicher. 29 Personen werden vorläufig festgenommen nachdem es zu Gewaltausbrüchen gegenüber der Polizei kam und die Einrichtung verwüstet wurde. In der Hütte hängen u.a. eine Reichskriegsflagge sowie ein rotes Transparent mit den Aufschriften "Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist“ und "Freie Kräfte Schwalm-Eder“. Vor dem Polizeieinsatz spielten die Gruppe Royal Hatred (Schwalm-Eder-Kreis) und der Liedermacher Julemond (Thüringen).
Der Polizeibericht hier: Artikel vom 02. Dezember 2005
29.10.05
 
Der NPD-Landesverband Niedersachsen plant für den 29. Oktober 2005 einen Neonaziaufmarsch in Göttingen. Die Stadtverwaltung hat den Nazis eine großzügige Aufmarschroute durch das Uni- und Ostviertel angeboten. Ihr Aufzug wird unter dem Druck von etwa 6.000 Gegendemonstranten durch die Einsatzleitung abgebrochen. Brennende Barrikaden auf der geplanten Demonstrationsroute lassen den Ordnungshütern keine andere Wahl. Am Einsatz sind 3.800 Beamte aus verschiedenen Bundesländern beteiligt.
30.06.05
 
Am 30. Juni findet in Kassel die erste von drei Infoveranstaltungen zum jährlich wiederkehrenden "Hess-Gedenkmarsch" in Wunsiedel statt. Veranstalter ist unter anderem der DGB, im DGB-Haus Kassel soll die Veranstaltung um 19.00 Uhr beginnen. Bereits 10 Minuten vor sieben haben fünf Neonazis das DGB-Haus betreten, sie werden von der Referentin der Wunsiedel-Veranstaltung sehr resolut der Räumlichkeiten verwiesen.
Vor der Tür des DGB bleiben die rechten Störer stehen. Die Stimmung wird immer gereizter, die Polizei wird gerufen. Ein Mitarbeiter des Freien Radios und freier Journalist macht von seinem Recht gebrauch, die Situation auch mit Fotos zu dokumentieren.
Die Besatzung des eintreffenden Streifenwagens istüberfordert und fordert Verstärkung an. Die Beamten sprechen mit den fünf NeoNazis. Darauf wird der Journalist festgenommen. Sein Presseausweis interessiert die Beamten nicht, den will man ihm sogar abnehmen. Er wird zur Herausgabe der Bilder aufgefordert, festgenommen und unsanft zum Präsidium gebracht.
24.04.05
 
Am frühen Sonntagmorgen, den 24. April kommt es in Frankfurt Sachsenhauen zu einem brutalen Überfall auf vier Jugendliche. Sie sind auf dem Weg nach Hause, als sie in Alt-Sachsenhausen gegen 1 Uhr in Höhe der Kneipe "Oberbayern" von einem bekannten Neonazi, wohl wegen eines "Gegen-Nazis" Buttons beleidigt werden. Sie lassen sich jedoch nicht auf eine Konfrontation ein und setzen ihren Weg bis zu einem Imbiss fort. Über 15 Neonazis aus Frankfurt, Offenbach und dem Hochtaunuskreis sammeln sich darauf am Taxistand vor dem "Oberbayern". Nach kurzer Zeit überquert diese Gruppe die Straße und greift die Jugendlichen unvermittelt an. Selbst als diese schon am Boden liegen, treten die Neonazis noch auf Kopf und Oberkörper ihrer Opfer. Einem der Jugendlichen schlagen die Neonazis mit einer Holzlatte, in der ein Nagel steckte, auf den Kopf. Erst als die von Passanten inzwischen alarmierte Polizei eintrifft, flüchten die Schläger. Viele der Täter können jedoch von der Polizei in Höhe des "Oberbayern" gestellt werden. Die Jugendlichen werden in der Notaufnahme des Universitätsklinikums behandelt. Die Diagnose: Einem Jugendlichen wurden zwei Zähne ausgeschlagen, einem anderen der Kiefer angebrochen. Ansonsten haben alle Jugendlichen schwere Prellungen, Abschürfungen, aufgeplatzte Lippen und Gehirnerschütterungen.
April 2005
 
Unbekannte Täter schänden einen jüdischen Friedhof im südhessischen Babenhausen. Wie das Polizeipräsidium Darmstadt berichtet, wurden 13 Grabsteine umgestoßen und aus ihrer Verankerung gerissen.
05.04.05
 
Die Gießener Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen drei Männer aus Mittelhessen und Unterfranken wegen Volksverhetzung und anderer extremistischer Straftaten. Ein Landwirt aus Kirtorf im Vogelsbergkreis hatte im Juli 2004 wiederholt seinen Hof für ein Skinhead-Konzert zur Verfügung gestellt. Dabei soll eine Neonazi-Band das Lied „Blut“ angestimmt haben, in dem zur Ermordung von Juden aufgerufen wird. Bei Durchsuchungen im August 2004 stellte die Polizei in Kirtorf und Bastheim (Bayern) eine große Zahl zum Teil erlaubnispflichtiger Waffen, Propagandamaterial und verfassungsfeindliche Symbole sicher.
05.03.05
 
Etwa 30 Neonazis ziehen im Rahmen einer angemeldeten Demonstration durch die Altstadt von Fritzlar. Mit Transparent und Megaphon und unter der Aufsicht eines älteren Herrn mit weissem Rauschebart verbreiten sie abschliessend auf dem Marktplatz ihre braune Ideologie. Ihr Aufstand gilt einem angeblichen Überfall der lokalen linken Szene auf die Freundin eines bekannten Neonazis. Die Polizei teilt die Vermutung der Rechten nicht und spricht von Rivalitäten innerhalb der rechten Szene.
16.01.05
 
Friedrichsdorf im Taunus: Jugendliche sind am frühen Sonntag Morgen auf dem Weg nach Hause, als ein stadtbekannter Neonazi sie im Vorbeifahren als "Ausländerschweine" und "Zecken" beschimpft. Als ihn die Jugendlichen daraufhin zur Rede stellen wollen, reagiert dieser jedoch äußerst agressiv, alarmiert über sein Mobiltelefon seine "Kameraden" und verfolgt mit diesen im Auto die linken Jugendlichen. Die Neonazis schlagen auf die engagierten Jugendlichen ein. Die kurz zuvor alarmierte Polizei beendet die Auseinandersetzung. Einer der Jugendlichen erleidet Platzwunden und Prellungen im Gesicht, er stellt Strafantrag wegen gefährlicher Körperverletzung.
19.11.04
 
Der bekannte Hamburger Neonazi-Anwalt J. Rieger spricht bei einer Veranstaltung der Kasseler Burschenschaft Germania in deren Anwesen in der Wolfsangerstraße. Motto des Abends: "Germanischer Glaube in unserer Zeit". Es folgt eine Anzeige wegen Volksverhetzung und Leugnung der Shoa.
Rieger soll einem Bericht des Hessischen Rundfunks zufolge bei dem «burschenschaftlichen Abend» in Kassel geleugnet haben, dass in der NS-Zeit mehrere Hunderttausend Sinti und Roma vergast worden seien. Zugleich habe Rieger zu Gewalt gegen Ausländer aufgerufen.
14 Studenten der rechtsradikalen Germania sind in diesem Semester an der Kasseler Uni eingeschrieben.
07.09.04
 
Die Waldeckische Landeszeitung berichtet über die Verschiebung eines Prozesses wegen Ausländerfeindlichkeit gegen einen 25jährigen aus dem Umfeld des Vereins "HSV PitBull´s (OFC) – SV Wethen“. Mehrere Anwohner hatten Hinweise gegeben, daß im Umfeld des Vereins rechtsradikale Sprüche und Musik (aus offenen Fenstern des Hauses zu hören) verbreitet werden. Ende September 2004 werden Plakate an verschiedenen Stellen in Wethen ausgehängt mit folgendem Text: "Wir Wethener Bürgerinnen und Bürger distanzieren uns von Menschen mit fremdenfeindlicher Gesinnung, die rechtsextreme Parolen verbreiten und ausländische Mitbürger und Mitbürgerinnen einschüchtern."
Ein Mitglied des Vereins verspricht Kindern eine Belohnung (die Rede ist von 100 oder 200 Euro), wenn sie ihm den Urheber der Plakate nennen.
Aug. 2004
 
Zwei junge Leute werden bei der Rückkehr zu ihrem Fahrzeug am Fritzlarer Zimmerplatz von Neonazis zunächst belästigt, als sie ihr Auto zurücksetzen und den Parkplatz verlassen wollen, treten die Hooligans zu; zerstörte Rückleuchten, ein Blechschaden und vor allem Angst sind die Folgen. Die Polizei bestreitet zunächst wehement das Vorhandensein irgendeiner derartigen Gruppe. Darüber hinaus habe man den Parkplatz eben nicht verlassen sollen. Was könne man nun schon tun?!
Juli 2004
 
Gefärbte Haare reichen Rechtsradikalen als Motiv aus, als sie in der Fritzlarer Bleichensiedlung vor die Türen eines haltenden Autos treten. Der junge Mann erlebt, wie er in wenigen Sekunden als Feindbild ausgemacht wird und wie kurz darauf die schweren Stiefel in die Seite seines ersten eigenen Autos donnern.
17.07.04
 
Zum vierten Mal in diesem Jahr ziehen rund 100 der mittelhessischen Neonazis unter der Führung von Manuel Mann und des ABM (Aktionsbüro Mittelhessen) durch Gladenbach bei Marburg. Gegendemonstranten in Gladenbach und eine Kundgebung am Nachmittag in der Marburger Innenstadt begegnen dem Auftritt.
Juli 2004
 
In Fritzlar bekommt ein junger Mann regelmässig unbekannten Besuch in seinem Garten. Zunächst bleibt es beim Einschüchterungsversuch und dem Diebstahl der im Garten aufgehängten Wäsche. Bei der Polizei findet der Betroffene keine Hilfe und muss hilflos weitere Übergriffe wie die Zerstörung einer Autoscheibe erdulden. Er lebt nach Auseinandersetzungen mit der rechten Szene bereits seit längerer Zeit mit einer neuen Identität und vermutet hier den Hintergrund der Bedrohungen.
Frühj 2004
 
In Zennern bei Fritzlar betreten etwa 20 Neonazis das Grundstück einer Familie und drohen mit Gewalt. Sie vermuteten dort eine Bekannte die sie "beschützen" wollen vor dem jungen Mann den sie gerade besucht; dieser Freund sei ein schlechter Umgang.
18.04.04
 
Etwa 450 NeofaschistInnen marschieren durch Marburg und Gladenbach. Die aus dem gesamten Bundesgebiet angereisten Neofaschisten aus dem Spektrum der millitanten „Freien Kameradschaften“ folgten dem Aufruf des Aktionsbüro Mittelhessen (ABM) unter der Führung von Manuel M. und dem bundesweit bekannten Neonaziführer C. Worch aus Hamburg. Unter dem Motto „Antifa zerschlagen“ wurde auf den Internetseiten des ABM um die Beteiligung von Hooligangruppen, wie z.B. des „Siegener Bärensturm“, zur „dritten Halbzeit“, also zu gewaltätigen Auseinandersetzungen, in Gladenbach geworben. Darüber hinaus gab es im Vorfeld der Demonstration mehrere militante Übergriffe gegen vermeintliche Linke in Gießen und Umgebung von Personen aus dem Umfeld des ABM.
21.02.04
 
Der zweite Nazi-Aufmarsch in Gladenbach. "Freie Nationalisten des Aktionsbündnis Mittelhessen" marschieren "gegen die Repression des nationalen Widerstand".
11.02.04
 
Zwei uniformierte Mitarbeiter eines Kasseler Sicherheitsunternehmens haben in der Nacht zum 11.02.2004 vor einer Gaststätte einen 57-Jährigen Mann, den sie für einen Ausländer hielten, angegriffen und verletzt (Kopfwunde). Laut Zeugenaussagen soll dabei einer der beschuldigten Männer den Arm gehoben und "Heil Hitler" gerufen haben.
17.01.04
 
In Gladenbach bei Marburg findet die erste von vier Demos des sogenannten "Aktionsbündnis Mittelhessen" im Jahr 2004 statt. Anmelder: Manuel Mann.
Okt. 03
 
Im Oktober beschmieren unbekannte Täter in Niedervellmar (Landkreis Kassel) ein Bahnhofshäuschen mit einem Hakenkreuz und fremdenfeindlichen Parolen: "Zerstückelt alle Nigger, tötet alle Asylanten, schlachtet alle Penner ab, ermordet alle Krüppel, köpft alle Behinderten, Sieg Heil!".
Quelle: Verfassungsschutzbericht Hessen 2003
Herbst 03
 
Ein rechter Schlägertrupp überfällt eine linksalternative Ska-Party in einer Marburger Kneipe. Beteiligt: Dennis A., mehrfach vorbestrafter Gewalttäter.
06.09.03
 
Ein Angehöriger der Skinhead-Szene Hochtaunus mietet für den 6. September eine Hütte in Rotenburg-Mündershausen (Kreis Hersfeld-Rotenburg) an. Er gibt vor, die Hütte für eine Privatfeier zu benötigen. Nachdem bekannt wird, daß dort ein Skinhead-Konzert stattfinden soll, wird die Zusage widerrufen. Ein Rechtsextremist aus Kirtorf stellt daraufhin sein Anwesen, auf dem schon mehrfach Skinhead-Konzerte stattfanden, zur Verfügung. Vor etwa 200 aus dem ganzen Bundesgebiet angereisten Skinheads treten Gegenschlag, Rachezug und Rassenhass auf.
Quelle: Verfassungsschutzbericht Hessen 2003
Aug. 2003
 
Auf einem jüdischen Friedhof im Kasseler Stadtteil Bettenhausen werden 56 Gräber geschändet. Unbekannte Täter stürzen laut Polizei mit erheblichem Kraftaufwand die bis zu 900 Kilogramm schweren Grabsteine um oder lassen angehobene Grabsteinplatten fallen. Es entsteht ein Schaden von mindestens 25.000 Euro.
01.03.03
 
Der wegen dem Mord an einem Obdachlosen vorbestrafte Neonazi Bernd Tödter gründet in Wethen bei Diemelstadt den Verein "Fanclub zur Erhaltung und Förderung des Hamburger Sport-Verein e.V." Der Verein fällt mit Nazi-Parolen und Übergriffen auf Ausländer und Andersdenkende auf. Der Verein wird am 22.05.2004 umbenannt: "HSV PitBull´s (OFC) – SV Wethen“
20.02.03
 
Mordanschlag auf einen 48-jährigen Geschichtslehrer aus Kassel. Als dieser kurz vor sechs Uhr das Frühstück zubereitet, gibt es plötzlich einen explosionsartigen Knall. Unmittelbar darauf entdeckt er ein Projektil, das mit großer Wucht durch Scheibe und Kunststoffrollo des Küchenfensters geflogen ist. Das Metallstück, etwa so groß wie ein kleines Bonbon, war in ein Wandregal eingeschlagen. Es hatte den Kopf des Lehrers nur um wenige Zentimeter verfehlt.
"Ich habe den starken Verdacht, dass es eine politisch motivierte Tat ist." Er glaube zwar nicht, dass es ein Mordanschlag sein sollte. "Aber es sollte mir Angst einjagen", so der 48-jährige, der sich seit vielen Jahren in Initiativen gegen Rechtsextremismus und neonazistische Gewalt engagiert. Die Polizei geht ebenfalls nicht von einem vorsätzlichen Tötungsdelikt aus.
Jan. 03
 
Die Kirtorfer Skinhead-Band Gegenschlag spielt - neben weiteren Bands - in Schmallenberg-Gleidorf (Nordrhein-Westfalen) vor etwa 350 Personen. Weiterhin hatte Gegenschlag - zusammen mit anderen Gruppen - Auftritte in den rheinland-pfälzischen Orten Bingen (im März) und Mörsfeld (im Juni).
Quelle: Verfassungsschutzbericht Hessen 2003
17.11.02
 
Am 17. November führt der NPD-Kreisverband Lahn eine angemeldete Gedenkfeier mit anschließender Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal des Ersten Weltkrieges in Leun (Lahn-Dill-Kreis) durch. Daran nehmen etwa 15 Personen teil.
Quelle: Verfassungsschutzbericht Hessen 2002
16.11.02
 
Die Wände auf dem Pausenhof einer Schule in Steffenberg (Kreis Marburg-Biedenkopf) werden mit dem Schriftzug "nationaler Widerstand Rhein" und den Drohungen "Ihr sollt alle sterben"; "Die Nazis holen Euch!", "Nazis leben ewig, Ausländer nicht!" beschmiert. (Quelle: Verfassungsschutzbericht Hessen 2002)
19.10.02
 
Am 19. Oktober treffen sich in Kirtorf etwa 50 Skinheads, um den Geburtstag eines Szeneangehörigen zu feiern. Eine Live-Band tritt nicht auf.
Quelle: Verfassungsschutzbericht Hessen 2002
08.10.02
 
Die Garagenwand einer Schule in Fulda wird mit einem Hakenkreuz, einer SS-Rune und dem Schriftzug "SA" besprüht.
Quelle: Verfassungsschutzbericht Hessen 2002
08.10.02
 
Am 8. Oktober findet auf dem Anwesen in Kirtorf ein Skinhead-Konzert statt. Es nehmen etwa 50 Personen, hauptsächlich aus Hessen und Niedersachsen, teil. Während des Konzerts treten fünf Mitglieder der amerikanischen Skinhead-Bands Aggressive Force, Max Resist und Intimidation One auf.
Quelle: Verfassungsschutzbericht Hessen 2002
25.08.02
 
Auf einem Volksfest in Nieste (Landkreis Kassel) beleidigt ein 48-jähriger ein dunkelhäutiges Kind mit den Worten: "Guck dir die mal an, die Indianerin oder Ausländerin, die sollte man vergasen. Wenn es meine Tochter wäre, hätte ich sie schon längst erschlagen".
Quelle: Verfassungsschutzbericht Hessen 2002
21.06.02
 
In einem Steinbruch bei Grebenstein (Landkreis Kassel) versammeln sich am 21. Juni zur Sommersonnenwende etwa 80 Skinheads und Neonazis aus dem Raum Kassel und Göttingen. Das Treffen ist als private Familienfeier angemeldet und genehmigt worden.
Quelle: Verfassungsschutzbericht Hessen 2002
20.04.02
 
Am 20. April feiert die Szene des Vogelsbergkreises auf dem Anwesen eines Skinheads aus Kirtorf Hitlers Geburtstag. Der Skinhead, der selbst an diesem Tag Geburtstag hat, hatte frühzeitig zu dieser Feier eingeladen. Die etwa 70 Personen kommen zum großen Teil aus Hessen.
Quelle: Verfassungsschutzbericht Hessen 2002
31.03.02
 
Am 31. März findet in Kirtorf ein überregionales Treffen der Hooligan-Szene unter Beteiligung von Skinheads statt. Dabei spielt die Skinheadband Kategorie C (Bremen). An der Veranstaltung auf dem Wiesengrundstück eines Rechtsextremisten aus Kirtorf nehmen etwa 600 Personen aus dem ganzen Bundesgebiet teil. Ursprünglich war die Veranstaltung als Feier des "Fanclubs Borussenfront" (bestehend aus Neonazis, Skinheads und Hooligans) anlässlich seines 20jährigen Bestehens in Dortmund geplant gewesen. Nachdem die Veranstaltung dort verboten worden war, verlegten die Organisatoren diese kurzfristig nach Kirtorf.
Quelle: Verfassungsschutzbericht Hessen 2002
02.03.02
 
Am 2. März soll auf dem Anwesen in Kirtorf (Vogelsbergkreis) ein Konzert mit der Band Hauptkampflinie HKL (Kassel) stattfinden. Die Versammlungsbehörde untersagt die Veranstaltung. Dagegen legen die Skinheads erfolglos Rechtsmittel ein. Trotz Verbots stellt die Polizei am Veranstaltungstag rund um das Gelände anreisende Besucher, u.a. aus Sachsen, Brandenburg, Thüringen, Niedersachsen und Bayern, fest. Insgesamt kontrolliert die Polizei 194 Personen, spricht 77 Platzverweise aus und stellt 60 Tonträger sicher.
Quelle: Verfassungsschutzbericht Hessen 2002
23.02.02
 
Am 23. Februar treffen sich auf einem Grundstück in Kirtorf (Vogelsbergkreis) etwa 100 Personen, überwiegend aus der Umgebung. Eingeladen hatte hierzu ein Skinhead aus Grünberg (Landkreis Gießen), der seinen Geburtstag feiert. Die Polizei stellt bei Kontrollen auch Teilnehmer aus Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Niedersachsen und Bayern fest.
Quelle: Verfassungsschutzbericht Hessen 2002
09.12.01
 
Unter dem Motto "Wir trauern um die DM und kämpfen für die Souveränität unserer Währung und damit auch unseres Volkes" demonstrieren in Ehringshausen (Lahn-Dill-Kreis) am 9. Dezember rund 25 Anhänger der NPD. Erwartet hatte die Partei jedoch bis zu 150 Teilnehmer.
Quelle: Verfassungsschutzbericht Hessen 2001
18.11.01
 
Zu einem Schweigemarsch, angemeldet vom NPD-Kreisverband Lahn-Dill, versammeln sich am 18. November in Leun etwa 30 bis 40 Personen aus der regionalen Anhängerschaft. Am Kriegerdenkmal des Ersten Weltkrieges legen sie einen Kranz nieder.
Quelle: Verfassungsschutzbericht Hessen 2001
11.11.01
 
Am 11. November marschieren 20 bis 30 Skinheads in einem Fackelzug zum Friedhof in Kirtorf (Vogelsbergkreis), um dort zu Ehren "ermordeter Kameraden" eine Mahnwache am Kriegerdenkmal abzuhalten. Ofensichtlich gedenken die Skinheads des Hitler-Putsches am 9. November 1923 und der dabei getöteten Nationalsozialisten.
Quelle: Verfassungsschutzbericht Hessen 2001
09.11.01
 
Am 9. November findet auf einem Grillplatz in Neuenstein-Raboldshausen (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) ein Konzert statt, an dem etwa 200 Personen teilnehmen. Es spielten die Skinhead-Bands Garde 18, Selection (Sachsen) und Gegenschlag (Kirtorf). Bei einer vierten Band handelt es sich um eine Black-Metal-Gruppe mit Namen Totenburg (Thüringen), die bereits des öfteren auf Skinhead-Konzerten auftrat. Drei Rechtsextremisten hatten das Konzert unter dem Vorwand einer Geburtstagsfeier bei der Gemeindeverwaltung angemeldet. Anreisenden Besuchern wurden lediglich Treffort und -zeit mittels Mobiltelefon durchgegeben. Vom Treffort lotsten die Organisatoren die Skinheads zum eigentlichen Veranstaltungsort. Bei Kontrollen wird ein Polizeibeamter leicht verletzt.
Quelle: Verfassungsschutzbericht Hessen 2002
29.09.01
 
Am 29. September feiern ungefähr 100 Skinheads an einer Grillhütte bei Philippstein (Lahn-Dill-Kreis) die "erste Party der Assifront" und spielen dabei einschlägige Musik von einem CD-Player.
Quelle: Verfassungsschutzbericht Hessen 2001
25.08.01
 
Am 25. August demonstriert in Heuchelheim der NPD-Kreisverband Gießen unter dem Motto "Strafen für Kinderschänder". Daran nehmen etwa 60 Rechtsextremisten teil. (Quelle: Verfassungsschutzbericht Hessen 2001)
Aug. 2001
 
Unter dem Motto "Nationaler Wandertag" lädt im August die Kasseler Kameradschaft, dahinter verbergen sich Skinheads aus Kassel und Umgebung, erstmalig zu einer Veranstaltung ein. Dem Aufruf folgen etwa 50 Skinheads aus dem Vogelsbergkreis, dem Rhein-Main-Gebiet und Berlin. Die Polizei überwacht den Wandertag.
Quelle: Verfassungsschutzbericht Hessen 2001
11.08.01
 
Am 11. August treffen sich auf dem Gelände eines ehemaligen NATO-Lagers in der Nähe von Rabenau-Geilshausen (Landkreis Gießen) etwa 100 Personen zu einer als privat deklarierten Geburtstagsfeier. Dabei spielt eine Heavy-Metal-Band. Ein Skinhead aus Mittelhessen hat die Feier, zu der auch Skinheads aus Nordrhein-Westfalen und aus den neuen Bundesländern angereist sind, organisiert. Nach Beginn des Konzerts verständigt, löst die Polizei die Veranstaltung auf.
Quelle: Verfassungsschutzbericht Hessen 2001
Juni 2001
 
In Gilserberg (Schwalm-Eder-Kreis) treffen sich Ende Juni Skinheads auf dem örtlichen Sportplatz. Das ursprünglich als Konzert geplante und als Geburtstagsfeier angemeldete Treffen wird von der Polizei verhindert. Die etwa 80 Skinheads kommen aus dem Kreis Offenbach, dem Raum Gießen, dem Vogelsbergkreis sowie vereinzelt aus Hamburg und Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern). Nicht alle Skinheads gelangen zum Veranstaltungsort, da die Polizei Platzverweise ausspricht.
Quelle: Verfassungsschutzbericht Hessen 2001
16.06.01
 
Neonaziaufmarsch in Göttingen. Versammlungsleiter ist Holger Apfel. Apfel ist heute Vorsitzender der NPD-Fraktion im sächsischen Landtag.
01.05.01
 
Am 1. Mai versucht in Gießen-Lützellinden ein ortsbekannter NPD-Funktionär im Anschluss an eine Neonazi-Demonstration in Frankfurt/Main ein Konzert mit den Skinhead-Bands Hauptkampflinie HKL (Kassel), Frontalkraft (Brandenburg), Noie Werte (Baden-Württemberg) und Faustrecht (Bayern) durchzuführen. Die Polizei verhinderte das Treffen, bei dem etwa 500 bis 1.000 Rechtsextremisten erwartet wurden.
Quelle: Verfassungsschutzbericht Hessen 2001
20.04.01
 
Am 20. April trifft sich die Kasseler Szene in einer Gaststätte, um - getarnt als Familienfeier - Hitlers Geburtstag zu begehen. Vor und während der Veranstaltung kontrolliert die Polizei die etwa 50 Teilnehmer. Darunter befinden sich neben Skinheads auch ehemalige führende Funktionäre der 1995 verbotenen neonazistischen Organisation Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei (FAP).
Quelle: Verfassungsschutzbericht Hessen 2001
20.08.00
 
Nach einem Fußballspiel in Eschwege überfallen Kasseler Nazi-Hools mit "Heil Hitler" Rufen ein Punkkonzert.
19.08.00
 
Auf dem Anwesen des Naziterroristen Manfred Roeder in Schwarzenborn ist ein "Sommerfest" der Deutschen Bürgerinitiative mit einem Aufmarsch in Fritzlar geplant. Die Veranstaltung wird durch den Landrat verboten.
16.08.00
 
Im Stadtgebiet von Hofgeismar und an der Bahnhofsunterführung werden an fünf Gebäuden, unter anderem dem Rathaus, neofaschistische Parolen und Hakenkreuze aufgesprüht. Damit soll an den Todestag von Rudolf Heß erinnert werden. Im Raum Hofgeismar agiert der "Gebietsleiter" der Jungen Nationaldemokraten (JN) N. Giessler.
12.08.00
 
In Oberkaufungen zetteln neofaschistische Skinheads vor der alten Reithalle am Lossetalstadion eine Schlägerei an, bei der vier junge Leute verletzt werden. Einer erleidet einen Messerstich.
25.07.00
 
In Bad Wildungen werden Hakenkreuze und SS-Symbole auf Autos und die Wand des Amtsgerichts gesprüht.
15.07.00
 
Der jüdische Friedhof in Liebenau-Niedermeiser wird in der Nacht zum 16.07. geschändet. Ein Gedenkstein wird aus der Verankerung gerissen und vor das Friedhofsgelände geschleppt.
14.07.00
 
In Kassel ist ein Konzert der Gruppen Death in June und anderer Dark-Wave-Gruppen, die eine große Nähe zur faschistischen Symbolik und rechten Inhalten aufweisen, geplant. Nach Informationen des Kasseler Bündnis gegen Rechts wird dieses Konzert in letzter Minute abgesagt.
Von Kassel aus agieren weitere Musikgruppen, die der neofaschistischen Skinhead-Szene zuzuordnen sind, zum Beispiel die Gruppen Hauptkampflinie (HKL).1999 und 2000 fanden Skin-Musik-Konzerte in Albshausen und anderen Orten der Region statt.
22.06.00
 
Die Polizei löst eine neofaschistische Sonnenwendfeier bei Bad Wildungen auf.
19.06.00
 
Etwa 40 neofaschistische Skinheads aus dem Landkreis Kassel zetteln auf dem Viehmarkt in Hofgeismar eine Schlägerei an. Angegriffen werden von den Schlägern, die aus Calden, Nieste, Kaufungen, Bad Emstal und Söhrewald kommen, vor allem türkische und deutsch-russische Jugendliche. Erst nach massivem Polizeieinsatz kann die Schlägerei beendet werden.
Mai 2000
 
In Nordhessen agieren die Skinhead-Gruppen Blood & Honour - Sektion Nordhessen und Kameradschaft Gau Kurhessen.
28/30.4.00
 
Im Landkreis Kassel ist ein Kongress des neofaschistischen Ideologie-Netzwerkes "Synergies" geplant. Es soll das dritte Treffen nach zwei "Sababurger Gesprächsrunden" werden. Beteiligt waren die Deutsch-Europäische Studiengesellschaft (DESG) und die Thule-Gesellschaft, die im ideologischen Netz der Neuen Rechten und des Neofaschismus agieren.
Nov 1999
 
Bei einem Fußballspiel des KSV Hessen Kassel randalieren Mitglieder des "Fanclubs" Kassel Bombers. Deren Anhänger, unter ihnen das ehemalige FAP-Mitglied Markus E., verüben auch bei weiteren Spielen Gewalttaten.
06.06.98
 
Für den 6. Juni hat die Republikanische Jugend (RJ) Hessen einen rechtsextremen Aufmarsch auf dem Friedrichsplatz in Kassel direkt gegenüber der Documentahalle angemeldet. Der Aufruf der RJ wurde bundesweit über das Internet und die rechtsextreme Zeitung "Nation und Europa" verbreitet. Als Redner ist C. Käs, der stellvertretende Bundesvorsitzende der Republikaner angekündigt, der u.a. für eine Zusammenarbeit der Republikaner mit der DVU und der NPD eintritt.
Die Faschisten protestieren gegen die Ausstellung "Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941-1944", die seit März 1995 in 18 deutschen und österreichischen Städten zu sehen ist, und ab dem 25. Mai 1998 auf Einladung der Gesamthochschule Kassel in der documenta-Halle Kassel gezeigt wird.
26.10.89
 
Ein typischer Abend zu dieser Zeit in Göttingen: im Laufe einer Auseinandersetzung verfolgen Polizisten eine Gruppe AntifaschistInnen.
Am Abend des 26.10.1989 jagen die Polizisten eine Gruppe in den fließenden Verkehr. Die Studentin Conny Wessmann wird von einem Auto erfasst und stirbt.
21.05.85
 
Brandanschlag auf das gerade eingeweihte Mahnmal "Die Rampe" auf dem Gelände der Gesamthochschule Kassel. Die Künstlerin E.R. Nele hat in diesem Ausstellungsstück ihre eigenen Kindheitserfahrungen verarbeitet, denn sie ist täglich den Kolonnen der Zwangsarbeiter begegnet, wenn sie im Krieg ihre Großeltern in der Nähe der "Henschelei" besuchte. Dort sah sie die abgemagerten und geschwächten Arbeiter. Ihre Mutter hat, trotz Verbot, den Zwangsarbeitern Essen zwischen dem Zaun hindurch gesteckt.
In der Nacht zum 21. Mai 1985, wurden die Figuren vorsätzlich angezündet und durch den Brandanschlag zerstört. Die Täter sind nicht ermittelt worden.
18.09.69
 
Bernd Lunkewitz demonstriert gegen die rechtsradikale NPD in seiner Heimatstadt Kassel, plötzlich zieht ein NPDler eine Waffe, feuert los und trifft Lunkewitz - glatter Durchschuss im rechten Oberarm.
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letzte Aktualisierung: 20.01.10